Pressemitteilung Nr. 148 vom 19.03.2007

„Otto Heinrich (1891 – 1967), Maler und Chronist“

Ausstellung im Potsdam-Museum, Benkertstraße

Der 40. Todestag des bekannten Potsdamer Malers Otto Heinrich ist Anlass für eine Kabinett-Ausstellung des Potsdam-Museums in der Benkertstraße 3, in der ab sofort bis zum 22. April 28 ausgewählte Ölgemälde und Pastelle des Künstlers zu sehen sind.

Am 23. Januar 1891 wurde Otto Heinrich in Berlin geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in der Gegend zwischen Petrikirche und Friedrichsgracht. Bereits mit zehn Jahren nahm er Unterricht an der Königlichen Kunstschule bei Philipp Franck. Nach einer Ausbildung als Theatermaler am Königlichen Theater Berlin wurde er 1910 Schüler in der Landschaftsklasse der Hochschule für Bildende Künste in Berlin bei Friedrich Kallmorgen und Ullrich Hübner.
1912 stellte er zum ersten Mal auf der Großen Berliner Kunstausstellung und im Münchner Glaspalast aus. Der Erste Weltkrieg unterbrach seine künstlerische Entwicklung. Er wurde 1917 als Soldat schwer an der rechten Hand verletzt. Schon im Lazarett begann er Zeichenübungen mit der linken Hand und meisterte diese schwierige Umstellung. 1919 erhielt er den Rompreis. Ein Jahr später zog er nach Potsdam und bis 1937 lebte er in der Kiezstraße 16, dann in der Leipziger Straße 52 am Brauhausberg. Potsdams Altstadt lieferte ihm in den folgenden Jahren Motive. Vor allem der Stadtkanal regte ihn künstlerisch an. Viele Male hat er ihn gemalt, zu allen Jahreszeiten und in wechselnden Stimmungen. Seine Handschrift beruhte auf Studien in und von der Natur. Auch im Winter saß er oft stundenlang draußen vor seiner Staffelei und zeichnete.
Besonders in den zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre waren seine Bilder auf Ausstellungen vertreten. Die Nationalgalerie Berlin erwarb einige seiner Bilder, die leider im Zweiten Weltkrieg verloren gingen. Studienreisen führten ihn nach Frankreich und quer durch Deutschland, besonders häufig zur Nord- und Ostseeküste. Am 20. Januar 1967 starb Otto Heinrich in Potsdam. Im Jahr darauf erwarb die Stadt Potsdam rund 600 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Skizzen aus seinem künstlerischen Nachlass und übergab sie dem Potsdam-Museum.