Themenfeld „Mental Health“ in der Landeshauptstadt Potsdam

Aufforderung zur Abgabe eines Projektantrages für gesundheitsförderliche Angebote

Auf Grundlage der Richtlinie zur Förderung sozialer und gesundheitsfürsorgerischer Angebote (2019)

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Bedarf zur Förderung der psychischen Gesundheit, besonders für die Kinder und Jugendlichen, ist wissenschaftlich belegt1. Der Fachbereich Öffentlicher Gesundheitsdienst der Landeshauptstadt Potsdam (ÖGD) möchte die Angebote zur Förderung der psychischen Gesundheit für die Potsdamer Kinder und Jugendlichen stärken und weiterentwickeln.
Wir bitten Sie daher bedarfsorientierte Angebote zu obigem Thema, auf der Grundlage der Förderrichtlinie zur Förderung sozialer und gesundheitsfürsorgerischer Angebote von 2019 (siehe Anlage), bis zum 30.06.2022 abzugeben.

Hintergrund:
Die bundesweite COPSY-Studie2 der Universitätsmedizin Eppendorf sowie die Replikatstudie3 für Brandenburg zeigen die verschiedenen Auswirkungen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität und psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen.

Insbesondere Eltern berichteten über verschiedene Auswirkungen durch die Corona-Pandemie, z.B. über Anzeichen für depressive Symptomatik bei ihren Kindern. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität der brandenburgischen Kinder wird aus der Sicht der Eltern, gemessen anhand des KIDSCREEN-10-Index, von rund der Hälfte als gemindert und die andere Hälfte als mittlere bis hohe Lebensqualität eingeschätzt. Aus Sicht der Kinder und Jugendlichen gaben ein Drittel eine geminderte gesundheitsbezogene Lebensqualität an. Die COPSY-Replikatstudie für Brandenburg zeigt, dass fast jedes dritte Kind zum Erhebungszeitraum unter psychischen Problemen litt. Knapp drei Viertel der befragten Kinder und Jugendlichen empfand die Veränderungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise als etwas bis äußerst belastend. Über ein Drittel der befragten Kinder und Jugendlichen zeigte Anzeichen für eine generalisierte Angststörung. Fast 20% aller befragten brandenburgischen Kinder und Jugendlichen zeigten Anzeichen für eine depressive Symptomatik. Als psychosomatische Beschwerden wurden von den Kindern und Jugendlichen folgende genannt: Gereiztheit (80,6 %), Einschlafprobleme (67,8 %), Kopfschmerzen (59,4 %), Niedergeschlagenheit (58,4 %) und Bauchschmerzen (44,2 %).

Auch der Medienkonsum änderte sich: zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen berichteten, mehr Zeit pro Tag mit PC, Smartphone, Tablets und digitalen Medien zu verbringen als vor der Corona-Krise. Kinder und Jugendliche verbrachten bei digitalen Medien mehr Zeit für private Zwecke als für schulische. Die COPSY-Replikatstudie zeigt hingegen nicht, wie kurz- oder mittelfristig diese Effekte sind, jedoch wird deutlich, dass seelische Gesundheit für Kinder und Jugendliche ein äußerst relevantes Thema ist.

Berichte aus der Jugendhilfe, -förderung und aus Netzwerken zeigen, dass die Corona-Pandemie unterschiedliche und zahlreiche Auswirkungen auf das Leben der Kinder, Jugendlichen und ihre Familien hatte oder noch hat.

Ziele:

  • Chancengerechter Zugang zu wirksamen, evidenzbasierten Präventions- und gesundheitsfördernden Angeboten für Kinder und Jugendlichen schaffen
  • Entwicklung und Etablierung von Präventions- und gesundheitsförderlichen Angeboten im Bereich der seelischen Gesundheit
  • Förderung der Resilienz der Kinder und Jugendlichen
  • Förderung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität
  • Förderung der Gesundheitskompetenzen der Kinder, Jugendlichen
  • Qualifizierung von Multiplikator*innen, pädagogischen Fachkräften und Eltern bezogen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
  • Minderung der Folgen der Corona-Pandemie

Zielgruppe:

  • Alle Kinder und Jugendliche in der Landeshauptstadt Potsdam, unabhängig von ihrer sozioökonomischen Herkunft sowie junge Erwachsene
  • Eltern
  • Pädagogische Fachkräfte


Zeitraum und Finanzierung:

  • Gemäß Förderrichtlinie zur Förderung sozialer und gesundheitsfürsorgerischer Angebote von 2019

Voraussetzung:

  • Verbindliche Zusammenarbeit und Vernetzung mit den relevanten Aktuer*innen in der LHP
  • Verbindliche Zusammenarbeit und Vernetzung mit den relevanten Akteur*innen in der Verwaltung der LHP (z.B. Arbeitstreffen, Evaluationsgesprächen/Jahres- bzw. Quartalsgesprächen, etc.)
  • Vorhaltung von qualifiziertem Personal

Bitte reichen Sie Ihre Anträge, inkl. Konzept mit Verweis auf relevante Netzwerkstrukturen, gemäß der Förderrichtlinie bis zum 30.06.2022, gerichtet an gesunde.stadt@rathaus.potsdam.de digital ein.

Hinweis:
In der Richtlinie zur Förderung sozial- und gesundheitsfürsorgerischer Angebote wurde Punkt 1.2.1 Projektförderung aus der Förderrichtlinie gestrichen (siehe Beschluss 22/SVV/0391).
Die Antragsunterlagen sowie die aktuelle geltende Richtlinie finden Sie unter folgendem Link: https://vv.potsdam.de/vv/produkte/173010100000007757.php#tab-links.

Weiterhin sind die nachfolgenden Unterlagen dem Antrag auf Gewährung einer Zuwendung beizufügen:

  • Aktuelle Vereinssatzung/aktueller Gesellschaftsvertrag o. ä.,
  • Aktueller Auszug über die Eintragung im Vereins- oder Handelsregister,
  • Freistellung des zuständigen Finanzamts und
  • Bonitätsnachweis eines Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers, eines Bankinstituts oder einer Wirtschaftsauskunft (nur bei einer beantragten Zuwendungshöhe über 20.000,00 EUR).

Bei Rückfragen wenden Sie sich gern per E-Mail an die o.g. genannte E-Mail-Adresse.

Mit freundlichen Grüßen
Frau Dr. Böhm
Fachbereichsleitung
Öffentlicher Gesundheitsdienst

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