Pressemitteilung Nr. 849 vom 06.12.2017

Städtebauliche Zielplanung als Ergebnis der vorbereitenden Untersuchungen „Jägervorstadt Ost“

Verwaltungscampus der Landeshauptstadt Potsdam
Verwaltungscampus der Landeshauptstadt Potsdam
Verwaltungscampus der Landeshauptstadt Potsdam. Foto Frank Daenzer

Gemäß einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung sollten vorbereitende Untersuchungen für das Gebiet „Jägervorstadt Ost“ erfolgen. Das Untersuchungsgebiet umfasst eine Größe von ca. 66.420 m² und besteht aus den Grundstücken Friedrich-Ebert-Straße 72 bis 83 mit den dahinter liegenden und von dort erschlossenen Grundstücksteilen sowie dem darüber hinaus reichenden Gelände der Stadtverwaltung einschließlich des Parkhauses. Ziel der Untersuchung war es, den baulichen Zustand sowie das Ausmaß der städtebaulichen Missstände festzustellen und zu dokumentieren, den notwendigen Handlungsbedarf und die allgemeinen Sanierungs- bzw. Entwicklungsziele zu definieren sowie ein geeignetes Sanierungsinstrumentarium bzw. Alternativen zum Städtebauförderrecht zu prüfen. Andreas Goetzmann, Fachbereichsleiter Stadtplanung und Stadterneuerung der Landeshauptstadt Potsdam, stellte heute die Ergebnisse der Analyse vor.

Im Untersuchungsgebiet zeigen sich erhebliche städtebauliche Missstände. Mit Ausnahme eines Mietshauses und der Villa Heydert in der Friedrich-Ebert-Straße befindet sich ein Großteil der privaten Gebäude in einem guten baulichen Zustand. Die Verwaltungsgebäude weisen jedoch erhebliche bauliche Mängel auf. Die erstrangige Funktion des Gebietes zur Erbringung qualifizierter Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt erfüllen die aktuell vorhandenen baulichen Strukturen nur mit großen Einschränkungen. Es fehlt eine städtebauliche Ordnung und somit Orientierung von außen und eine klare bauliche Struktur innerhalb des Blockes. Neben den Hochbauten stehen auch die Freiflächen weder funktional noch strukturell in einem angemessenen Verhältnis zur Bedeutung des Gebietes. Die Mängel des denkmalgeschützten Rathauses sind so gravierend, dass es die Funktion als Repräsentations- und Verwaltungsgebäude der Landeshauptstadt nicht mehr voll erfüllen kann. Auch die restlichen elf Verwaltungsgebäude auf dem Campus zeigen Schwächen in der Gebäudesubstanz in unterschiedlichem Ausmaß.

Bei der vorbereitenden Untersuchung handelt es sich somit um eine Konzeptstudie, die die
Voraussetzungen für den Einsatz von Fördermitteln aus der Städtebauförderung schaffen soll. Darüber hinaus müssen hierfür die Abgrenzung eines Fördergebietes und die Herstellung einer formellen Grundlage erfolgen. Zudem muss die Gemeindevertretung festlegen, welche Ziele mit der Maßnahme verfolgt werden sollen. Somit dient die Untersuchung der Komplettierung und der Legitimation für die bereits in ersten Tranchen bewilligten Mittel für die Grundsanierung des denkmalgeschützten Rathauses. Die Untersuchung stellt kein zu beschließendes Umsetzungskonzept bzw. Investitionsprogramm dar. Hinsichtlich der Behebung der gravierenden städtebaulichen und funktionalen Missstände auf dem Rest des Campus besteht noch umfangreicher Klärungs-, Konzeptvertiefungs- und Diskussionsbedarf.

Die Sanierung des Rathauses ist in der ersten Umsetzungsphase bis 2020 geplant. Für die darüber hinausreichenden Ziele auf dem Verwaltungscampus bedarf es weiterer städtebaulicher Untersuchungen und der Ausarbeitung eines qualifizierten städtebaulichen Konzeptes mit vertiefenden Analysen hinsichtlich Baukultur, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Kosten. Die Finanzierung steht unter dem Vorbehalt der Einwerbung von Fördermitteln und der haushaltsrechtlichen Absicherung.