Pressemitteilung Nr. 78 vom 01.02.2019

Naturkundemuseum begrüßte 2018 mehr als 26.000 Besuchende

Direktor Jobst Pfaender und Ina Pokorny freuen sich über 26000 Besuchende
Direktor Jobst Pfaender und Ina Pokorny freuen sich über 26000 Besuchende
Direktor Jobst Pfaender und Ina Pokorny freuen sich über 26000 Besuchende.Foto NKM/ Anne Vierling

Das Naturkundemuseum Potsdam begrüßte im vergangenen Jahr 26.143 Besuchende. Damit lagen die Besucherzahlen 21 Prozent über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt. „In diesem Jahr kamen lediglich 74 Besuchende weniger als im Vorjahr. Diese Zahl ist in Anbetracht des extremen Sommers ein sehr gutes Ergebnis für uns“ sagte der Direktor Dr. Jobst Pfaender. Die besucherstärksten Monate waren im Januar und Februar, während die Monate April und August am wenigsten besucht waren. Unter den Besuchenden des Museums waren 52 Prozent Kinder und Jugendliche. Erwachsene hatten mit fast 12.508 Besuchenden einen Anteil von 48 Prozent.

Viele Museumsbesuchende nahmen an kostenfreien Angeboten des Museums teil: Kinder bis 5 Jahre zahlen im Naturkundemuseum Potsdam keinen Eintritt. Im Jahr 2018 nutzten das 6.731 Kinder. Weiterhin wurden über den Verein Kultür kostenfrei 103 Tickets an Menschen mit geringem Einkommen vermittelt. Auch der Museumsmontag, am 1. Montag im Monat, ist bei reduzierten Eintritt geöffnet und verzeichnete 457 Besuchende. Die vier kostenfreien Freitage, ein gemeinsames Angebot mit dem Filmmuseum Potsdam, dem Haus der brandenburgisch-preußischen Geschichte sowie dem Potsdam Museum, war mit insgesamt 1.161 Gästen im Naturkundemuseum Potsdam sehr gut besucht und wird 2019 fortgeführt. Weiterhin bietet das Museum allen Schul-, Hort- und Kitagruppen ebenfalls einen kostenfreien Eintritt an.

Insgesamt haben im vergangenen Jahr mehr als 2.800 Kinder aus Bildungseinrichtungen die museumspädagogischen Angebote des Museums genutzt. Von Kindertageseinrichtungen bis hin zur Sekundarstufe II wurden 121 Führungen gebucht, während über 770 Kitagruppen sowie Schülerinnen und Schüler das Museum mit ihrer Klasse ohne eine Führung erkundeten. „Eine eigene Broschüre informiert seit dem letzten Jahr über das aktualisierte museumspädagogische Programm des Naturkundemuseums Potsdam. Sie wurde gezielt an Kindertageseinrichtungen und Schulen in Potsdam und der umliegenden Region verschickt, woraufhin eine gute Resonanz bei den Buchungen zu erkennen war. Wir hoffen, dass sich dieser Trend auch in diesem Jahr fortsetzt und sich das Museum als außerschulischer Bildungsort fest etabliert“ sagt Dr. Pfaender. „Neben den 121 Führungen wurden 272 Veranstaltungen durchgeführt. Darunter waren wieder viele Familienevents wie ,Unterwegs im Licht‘, der Internationale Museumstag oder die Reihe ,Tiere und Märchen‘. Es wurden 111 Kindergeburtstage, 27 Ferienprogramme, 19 Juniorforscher-Termine sowie insgesamt 14 fast ausgebuchte Taschenlampenführungen angeboten – mit diesem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.“

Das vergangene Jahr war von Vernetzungsarbeit geprägt: Mit der Kita Spatzennest aus Groß Glienicke wurde eine bestehende Kooperation weiter fortgeführt. Monatlich kommt die Kindergruppe für eine besondere Mitmach-Führung ins Museum. Außerdem gibt es bereits positive Gespräche, eine weitere Kooperation mit der neuen Fröbel-Kita „Am Schragen“ in Bornstedt einzugehen. Für das Integrationsprojekt mit der Weidenhof-Grundschule am Schlaatz wurden für das kommende Jahr 2019 neue Termine vereinbart. Das 2016 initiierte Integrationsprojekt für geflüchtete Schülerinnen und Schüler der Weidenhof-Grundschule in Potsdam wurde intensiv weiterentwickelt und steht nun allen interessierten Klassen der Schule offen. Die praktische Projektdurchführung mit der Nutzung des Museumskoffers „Tierisch in Bewegung“ wird von der Museumspädagogik des Museums und den Lehrenden gemeinsam übernommen.

Ein weiteres wichtiges Format des vergangenen Jahres war ein Inklusionsprojekt, das pflegebedürftige ältere Menschen mit und ohne Demenz durch ein sinnesorientiertes Erlebnis im Museum förderte. Initiator des Projektes war der Museumsverband Brandenburg e.V. in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Demenz. Neben dem Naturkundemuseum Potsdam nahmen auch das Potsdam Museum und das Museum Barberini an dem Projekt teil. Das Format, das von zwei freien Museumspädagoginnen umgesetzt wurde, kam bei den Besuchenden sehr gut an und wird in diesem Jahr von den drei Museen fortgeführt. Es werden pro Museum vier feste Termine sowie individuelle Termine angeboten. Damit die Barrierefreiheit im Museum weiter gestärkt wird, werden in diesem Jahr wieder Führungen für Seheingeschränkte und Blinde im Naturkundemuseum Potsdam angeboten. Geplant ist zudem die Teilnahme an den Potsdamer Inklusionstagen sowie die Etablierung einer Führung in Gebärdensprache.

Zu den wichtigsten Ereignissen des vergangenen Jahres gehörte die 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopterologie e.V. (DGfO) über Heuschrecken und verwandte Insektenordnungen, die zum 30-jährigen Bestehen mit einer Jubiläumsveranstaltung vom Naturkundemuseum Potsdam, gemeinsam mit dem Arbeitskreis Heuschrecken Brandenburg & Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und dem NABU Landesverband Brandenburg ausgerichtet wurde. Es waren mehr als 60 Fachleute aus Deutschland, Österreich, Belgien, der Schweiz sowie den Niederlanden anwesend und tauschten sich fachlich aus. Weiterhin war die Teilnahme des Präparators des Naturkundemuseums Potsdam, Christian Blumenstein, an der Europameisterschaft der Präparatoren in Salzburg ein Highlight. Er kehrte mit einem hervorragenden 2. Platz in der Kategorie „Award of Excellence“ für sein Exponat zweier Gelbhalsmäusen und eines Hirschkäfers zurück. Auch die Ausstellungseröffnung „Vom Glück, Natur zu entdecken“, welche in Kooperation mit dem Naturpark Dahme Heideseen entstand, zog im viele Besuchende an. Sie wird noch bis zum Sommer 2019 zu sehen sein.

Zu den Besonderheiten in diesem Jahr zählt die Eröffnung der Sonderausstellung „INSIGHTFISH“, für die Platz in der 2. Etage geschaffen wird. Vom 13. April 2019 bis zum 29. März 2020 wird ein Einblick in die Vielfalt der Fische und in ihre faszinierenden Erscheinungen ermöglicht. Aspekte der Fischmorphologie werden auf ästhetische Art und Weise präsentiert, sodass Besuchende mehr über die spezielle Struktur und die Formen eines Fischkörpers wie Flossen, Giftstacheln, Schuppen oder Zähne erfahren können. Die gezeigten wissenschaftlichen Arbeiten im Durchlichtverfahren ermöglichen den Besuchenden nicht nur einen Blick in die wissenschaftliche Praxis, sondern geben auch Einblicke in die faszinierende Schönheit der Fische. Die Sonderausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Meeresmuseum entstanden und wurde von der Volkswagenstiftung gefördert.

Das Gesamtkonzept für die Umgestaltung der Dauerausstellungen wird auch in diesem Jahr fortgeführt. Ziel ist es, bis 2025 alle Ausstellungsbereiche umzugestalten. Beginnend mit dem Aquarium, das vor allem für Kinder und Jugendliche ansprechender gestaltet werden soll, werden Stück für Stück alle Etagen einbezogen. Für den Umbau des Aquariums liegen bereits erste Entwürfe vor, mit der Umsetzung soll in diesem Jahr begonnen werden. Weiter wird in diesem Jahr der Umbau der letzten beiden Räume der Ausstellung „Tierwelt Brandenburgs“ fertiggestellt. Geplant ist es, den wenigen in Deutschland vorkommenden Großtrappen eine größere Präsenz in der Ausstellung zu geben. Das Museum wird im Zuge einer Renovierung der Außenfassade sowie der Umgestaltung des Foyers vom 5. bis 31. August 2019 schließen.

Weitere Informationen zum Naturkundemuseum Potsdam sowie den Ausstellungen und Veranstaltungen sind online zu finden unter: www.naturkundemuseum-potsdam.de.