Preisverleihung zum Einsteintag im Nikolaisaal
Pressemitteilung Nr. 777 vom 29.11.2018

Dr. Lena Hochrein und Dr. Roman Yos erhalten Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preis

Oberbürgermeister Mike Schubert überreichte den Nachwuchswissenschaftlerpreis 2018 an Dr. Lena Hochrhein. Foto: Ann-Christin Bolay
Oberbürgermeister Mike Schubert überreichte den Nachwuchswissenschaftlerpreis 2018 an Dr. Lena Hochrhein. Foto: Ann-Christin Bolay
Oberbürgermeister Mike Schubert überreichte den Nachwuchswissenschaftlerpreis 2018 an Dr. Lena Hochrhein. Foto: Ann-Christin Bolay

Der mit 5000 Euro dotierte Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preis wird in diesem Jahr zum 12. Mal vergeben. Dr. Lena Hochrein erhielt den Preis für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet Molekularbiologie und Dr. Roman Yos wurde für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Philosophie ausgezeichnet.

Oberbürgermeister Mike Schubert freut sich, die Urkunden im Rahmen der Festsitzung zum Einsteintag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften im Nikolaisaal am Freitag, 30. November, übergeben zu dürfen: „Die Verleihung des Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preises ist eine gute Gelegenheit, die Exzellenz des Wissenschaftsstandortes Potsdam und das hohe Niveau des wissenschaftlichen Nachwuchses zu verdeutlichen. Die Jury hat entschieden, in diesem Jahr ausnahmsweise zwei hervorragende Arbeiten auszuzeichnen. Die Preisträger erhalten jeweils 5000 Euro.“

Professor Bernd Müller-Röber bekräftigt die Aussage von Oberbürgermeister Schubert und berichtet aus der Jurysitzung: „Es lagen 16 sehr gute Arbeiten vor, aus denen die von Frau Dr. Hochrein und Herrn Dr. Yos deutlich hervorstachen. Aufgrund der unterschiedlichen Fachdisziplinen war es für die Jurymitglieder nicht möglich, die Exzellenz der erbrachten Forschungsergebnisse vergleichend zu bewerten. Beide Arbeiten haben die Auszeichnung gleichermaßen verdient“.

Mit der Arbeit „Der junge Habermas. Eine ideengeschichtliche Untersuchung seines frühen Denkens 1952 – 1962“ wird erstmals eine philosophische Arbeit mit dem Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preis ausgezeichnet. Professorin Susan Neiman erklärt die Besonderheit der Arbeit: „Zum ersten Mal wird die frühe Entwicklung von Jürgen Habermas belichtet. Habermas hat sich seit Jahrzehnten für die Aufklärung und die Demokratie engagiert – nicht nur theoretisch, sondern auch als öffentlicher Intellektueller. Dr. Roman Yos geht den Fragen nach: Wie ist einem Angehhörigen der Flakhelfer-Generation in Nachkriegsdeutschland ein solches Lebenswerk möglich gewesen?  In einer Zeit des großen Umbruchs, wie war es möglich, eine deutsche kulturelle Tradition zu reanimieren?  Dr. Yos‘ ‚ganz außergewöhnliche‘ Forschung hat sogar Habermas‘ Nachfolger Axel Honneth, der Yos‘ Arbeit begutachtet hat, zur Revision seiner eigenen Thesen gebracht“.

Roman Yos, Preisträger Nachwuchswissenschaftler-Preis
Roman Yos, Preisträger Nachwuchswissenschaftler-Preis
Roman Yos, Preisträger Nachwuchswissenschaftler-Preis. Foto Landeshauptstadt Potsdam

Dr. Roman Yos bedankt sich für die erhaltene Unterstützung, ohne die die Fertigstellung der Promotion nicht möglich gewesen wäre und führt aus: „In der Auszeichnung meiner Arbeit sehe ich in erster Linie die Bestätigung dafür, dass es durchaus lohnenswert sein kann, geisteswissenschaftliche Forschung auch zwischen den Disziplinen zu betreiben, auch wenn das – wie im Fall der Intellectual History – einen gewissen Unsicherheitsfaktor auch und gerade bei der Planung einer akademischen Laufbahn bedeutet. Ich hoffe, meine Forschungsanstrengungen bald wieder voll auf ein von der DFG-gefördertes und am hiesigen Institut für Philosophie angesiedeltes Projekt über das Problem der Sprache in der deutschen Nachkriegsphilosophie richten zu können“.

Dr. Lena Hochrein hat ihre Dissertation zum Thema „Development of a new DNA-assembly method and its application for the establishment of a red light-sensing regulation system“ angefertigt. Die Arbeit fällt in den Bereich der synthetischen Biologie, einer jungen Teildisziplin der Biologie an der Schnittstelle zur Chemie, Physik, den Ingenieurwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Nach Ansicht von Prof. Dr. Müller-Röber hat die Jury die richtige Arbeit ausgezeichnet, denn „Frau Hochrein hat sich als studierte Chemikerin sehr engagiert in die synthetische Biologie eingearbeitet. Sie wird schon jetzt international wegen ihrer innovativen Forschung wahrgenommen und für Kooperationen von den besten Wissenschaftlern weltweit angefragt. In ihrer mit dem Preis ausgezeichneten Arbeit hat sie gleich drei zukunftsträchtige Projekte inhaltlich entwickelt und mit sehr großem Erfolg vorangetrieben. Frau Hochrein repräsentiert in beeindruckender Weise die Interdisziplinarität, die für erfolgreiche Forschung in der synthetischen Biologie erforderlich ist.“

Lena Hochrein, Preisträgerin Nachwuchswissenschaftler-Preis
Lena Hochrein, Preisträgerin Nachwuchswissenschaftler-Preis
. Foto Landeshauptstadt Potsdam

Dr. Lena Hochrein befand sich auf einem beruflichen Auslandsaufenthalt, als sie von der Juryentscheidung erfuhr. Sie beschloss, den Auslandsaufenthalt vorzeitig zu beenden, um bei der Preisverleihung persönlich anwesend zu sein. Vor ihrem Rückflug aus Australien teilte Sie mit: „Es freut mich, dass der Preis für eine Arbeit aus dem Gebiet der ‚Synthetischen Biologie‘ vergeben wurde, einem noch jungen und unter dem Schlagwort der Gentechnik oftmals negativ assoziierten Fachgebiet. So erfahren Menschen im positiven Sinne von diesen neuen Technologien. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen haben die Aufgabe und Pflicht, die Bevölkerung über bisher wenig bekannte Möglichkeiten aufzuklären. Nur so können vielversprechende Technologien auch in der breiten Öffentlichkeit anerkannt und unterstützt werden und letztlich alle Menschen durch die Chancen des wissenschaftlichen Fortschritts profitieren. Ich möchte mich von Herzen bei allen bedanken, die mich während dieser Zeit unterstützt und motiviert haben“.

Neben dem ehemaligen Oberbürgermeister Jann Jakobs gehörten der Jury Prof. Dr. Susan Neiman vom Einsteinforum, Prof. Dr. Ulrich Buller, ehem. Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Dr. Rolf Emmermann, ehem. Vorstand des Deutschen Helmholtz Zentrum GFZ, Prof. Dr. Heinz Kleger von der Universität Potsdam, Prof. Dr. Ralf Engbert von der Universität Potsdam sowie Prof. Dr. Bernd Müller-Röber von der Universität Potsdam an.