Pressemitteilung Nr. 717 vom 10.11.2016

Eisbärin Nancy zieht ins Naturkundemuseum Potsdam ein

Das 2,50 Meter lange Präparat der Eisbärin Nancy ist heute aus der Präparationswerkstatt ins Naturkundemuseum Potsdam transportiert worden. Die Mitarbeitenden des Museums nahmen das neue Ausstellungsstück voller Freude in Empfang. „Große Präparate wie Eisbär, Braunbär oder Elch gehören zu den Besonderheiten des Naturkundemuseums Potsdam und sind für Museumsbesucherinnen und -besucher wichtige Anziehungsobjekte“, sagt der kommissarische Museumsdirektor Dr. Jobst Pfaender.

Die Eisbärin Nancy war am 20. November 2014 im Alter von 24 Jahren an einer Magenverdrehung im Berliner Zoo gestorben. Seit 1991 lebte die in Karlsruhe geborene Bärin auf der Eisbärenanlage. Die knapp 300 Kilogramm schwere Ziehtante des berühmten Eisbären Knut wurde seit Anfang September 2016 am Naturkundemuseum Potsdam präpariert. Das Skelett inklusive des Schädels sowie eine DNA-Probe werden als wissenschaftliche Belege in der Sammlung des Museums aufbewahrt.

Der Eisbär steht wie kein anderes Tier für die Veränderungen eines eher unbekannten Lebensraumes – der Arktis. Wissenschaftler auf der ganzen Welt diskutieren, ob Eisbären Opfer der globalen Erderwärmung und des Abschmelzens des arktischen Eises sein werden. Aktuelle Forschungsergebnisse prognostizieren, dass die Bestände in den nächsten 40 Jahren um ein Drittel schrumpfen könnten und dass nicht nur das schwindende Eis, sondern auch die zunehmende Veränderung der Arktis durch Öl- und Gasbohrungen dazu beitragen werden. Seit dem Jahr 2006 wird der Eisbär in der Kategorie „gefährdet“ auf der Roten Liste der Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) geführt.

Dr. Jobst Pfaender, freut sich über die einmalige Gelegenheit, das Zootier zu präsentieren: „Für die Vermittlungsarbeit ist es für das Naturkundemuseum Potsdam von großem Interesse, auch globale Themen aufzugreifen. Besuchende sollen durch das Präparat angeregt werden, sich mit Problematiken wie der Erderwärmung zu beschäftigen.“

Für Christian Blumenstein, den Präparator des Naturkundemuseums, war die Präparation der Bärin eine große Herausforderung: „Derart große Tiere kommen auch in einem Naturkundemuseum nicht so häufig vor. Zuletzt habe ich 2006 einen Braunbären präpariert“. Der Eisbär wird voraussichtlich Ende Januar, beginnend mit den Winterferien, im „Wissenschaftsschaufenster“ des Naturkundemuseums gezeigt werden. Zunächst wird er die Veranstaltungsreihe „Tiere & Märchen“ an den Novembersonntagen bereichern.