Pressemitteilung Nr. 706 vom 05.11.2019

Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Reichspogromnacht

Den Novemberpogromen wurde 2018 am Ort der Neuen Synagoge gedacht
Den Novemberpogromen wurde 2018 am Ort der Neuen Synagoge gedacht
Den Novemberpogromen wurde 2018 am Ort der Neuen Synagoge gedacht. Foto Landeshauptstadt Potsdam/ Stefan Schulz

Am Samstag, 9. November, findet anlässlich des 81. Jahrestags der Reichspogromnacht eine Gedenkveranstaltung statt, die um 18 Uhr am Platz der Einheit am Standort der ehemaligen Synagoge neben der Hauptpost beginnt und am Baufeld der neuen Synagoge in der Schlossstraße fortgesetzt wird. Die Landeshauptstadt Potsdam, die jüdischen Gemeinden, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Potsdam sowie die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, laden zu der Gedenkstunde ein, bei der Oberbürgermeister Mike Schubert, die Ministerin des Landes Brandenburg für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Martina Münch, und der Vorsitzende der Synagogengemeinde, Ud Joffe, sprechen werden. Durch die Veranstaltung führen Rabbiner Nachum Pressmann, Evgeni Kutikov von der jüdischen Gemeinde und Stadtkirchenpfarrer Dr. Simon Kuntze.

Das Gedenken an die Verfolgung der Juden wird mit dem klaren Bekenntnis gegen wiederkehrenden Antisemitismus und Rechtsradikalismus in der Gesellschaft, wie er sich unlängst beim Anschlag auf die Synagoge in Halle zeigte, verbunden.

Bei der Gedenkveranstaltung wird in diesem Jahr im Besonderen an die Menschen jüdischer Herkunft erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus nach Theresienstadt deportiert wurden. Die Namen der Menschen werden von den Schülern des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums Johanna Frosch, Noah Giebe, Jasmin Kaner und Kira Weiß verlesen. Klaus Büstrin wird aus einem Brief vortragen, den Dr. Gustav Herzfeld zum Abschied an Karl und Eva Foerster schrieb, bevor er nach Theresienstadt deportiert wurde.

Die Novemberpogrome von 1938 markierten den Übergang von der Diskriminierung der Menschen mit jüdischer Herkunft zur systematischen Verfolgung, die in den Holocaust mündete. In der vom nationalsozialistischen Regime organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahme wurden mehr als 1400 Synagogen, Betstuben und Versammlungsorte sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe zerstört; etwa 30 000 Juden wurden verhaftet und kamen in Konzentrationslager. In Potsdam brachen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Einheiten der SS und der Gestapo in die Potsdamer Synagoge ein, entweihten das Gotteshaus und zerstörten die Einrichtung. Zahlreiche Menschen jüdischer Herkunft wurden festgenommen, verschleppt und gefoltert.