Dr. Detlef Knuth geht nach 37 Jahren im Dienst der Natur in den Ruhestand
Pressemitteilung Nr. 680 vom 24.10.2016

Landeshauptstadt verabschiedet den Direktor des Naturkundemuseums

Dr. Detlef Knuth und Dr. Iris Jana Magdowski
Dr. Detlef Knuth und Dr. Iris Jana Magdowski
Dr. Detlef Knuth und Dr. Iris Jana Magdowski. Foto LHP/ Christine Homann

Nach langjähriger Tätigkeit für die Landeshauptstadt Potsdam geht der Direktor des Naturkundemuseums Potsdam, Dr. Detlef Knuth, am 28. Oktober in den Ruhestand. Ihm zu Ehren hielt die Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport, Dr. Iris Jana Magdowski, heute bei einer Festveranstaltung eine Laudatio. Magdowski dankte dem scheidenden Museumsdirektor mit den Worten: „Sie haben mit Herzblut und persönlicher Hingabe gearbeitet und einen wesentlichen Anteil an der Erfolgsgeschichte des Naturkundemuseums. Sie haben sich mit Ihren wissenschaftlichen Arbeiten nicht nur einen hervorragenden Ruf als Naturschützer und Gewässerökologe erworben, sondern auch Ihrer Wirkungsstätte zum Ruf einer wissenschaftlich fundierten Einrichtung, gepaart mit hohem bildungskulturellen Wert verholfen, deren Ausstrahlung weit über die Grenzen Potsdams hinausgeht“.

Im Anschluss an die Laudatio folgte ein fachliches Kolloquium mit Beiträgen verschiedener Referenten, unter anderem Axel Steffen, Abteilungsleiter Naturschutz im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, und Dr. Hartmut Kretschmer, Abteilungsleiter Großschutzgebiete im Landesamt für Umwelt Brandenburg. Beim anschließenden Empfang verabschiedeten sich Mitarbeitende der Landeshauptstadt Potsdam, ehemalige Mitstreiter sowie Akteure des Naturschutzes.
 
Insgesamt arbeitete Dr. Detlef Knuth 37 Jahre für das Museum. Besonders stolz ist er darauf, dass die damalige Naturkundeabteilung 1997 nicht geschlossen wurde und heute als Naturkundemuseum mit Ausstellungen und gewachsenen Sammlungen weiterbesteht. Zu seinen Erfolgen zählt er auch, dass mit der Eröffnung des Kaltwasseraquariums 1983 das Interesse an den heimischen Fischarten und ihren Lebensräumen deutschlandweit stark gewachsen ist.

Seine berufliche Laufbahn begann Dr. Detlef Knuth als wissenschaftliche Honorarkraft im damaligen Bezirksmuseum Potsdam. Ab 1979 arbeitete er dort fest in der naturkundlichen Abteilung. Über die Verbreitung des Binnenstintes in Brandenburg promovierte er im Jahr 1992 an der Humboldt-Universität Berlin. Zehn Jahre später wurde er Direktor des Naturkundemuseums Potsdam.

Zu seinen größten Erfolgen zählen der Aufbau der Aquarienanlage, die 1983 eröffnete, sowie die Wiedereröffnung des Naturkundemuseums Potsdam als eigenständiges Museum im November 2001. Dr. Knuth verantwortete die Konzeption und Umsetzung der Ausstellungen „In der Spur der Menschen – Biologische Invasionen“, die Dauerausstellung „Tierwelt Brandenburgs“ und weitere Sonderausstellungen, die überregional große Beachtung fanden. Er brachte außerdem publikumswirksame und interessante Veranstaltungsreihen auf den Weg wie den „Juniorforscherclub“ und die „Grüne Stunde“, die den Zeitgeist kultureller Bildung treffen. Unter Dr. Detlef Knuths Leitung verdoppelten sich die Sammlungsbestände des Naturkundemuseums auf inzwischen mehr als 370 000 Objekte. Die Ausstellungsfläche wuchs von ursprünglich 240 Quadratmetern auf heute 650 Quadratmeter.

Dr. Detlef Knuth ist leidenschaftlicher Ornithologe und Fischexperte. Seit den 1980er-Jahren hat er sich kontinuierlich mit der Verbreitung und Gefährdung von Lurchen, Kriechtieren sowie Fischen und Krebsen in Brandenburg beschäftigt. Sein biologisches Interesse galt zunächst allerdings vorrangig der Vogelwelt, nicht der Fischfauna.

Bis zur Neubesetzung der Direktorenstelle übernimmt Dr. Jobst Pfaender als stellvertretender Direktor die kommissarische Leitung des Naturkundemuseums Potsdam.