Pressemitteilung Nr. 655 vom 15.10.2019

Attikafiguren werden auf dem Neubau der Alten Post aufgestellt

Am morgigen Mittwoch ab 11 Uhr erhalten die drei fehlenden Figuren ihren angestammten Platz auf dem Nachfolgebau der Alten Post am Platz der Einheit zurück. Sie sind auf Grundlage von Photographien und in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten vom Bildhauer Frank Kösler neu modelliert worden und vom Bildhauer Eckhard Böhm in Sandstein geschlagen worden. „Das Figurenprogramm auf dem Neubau der Berliner Volksbank erinnert dann wieder in einmaliger Weise an die stadtgeschichtliche Bedeutung der Alten Post von Georg Christian Unger. Nicht nur das Hervortreten des Neubaus, sondern auch die Betonung der Risalite durch die nun vervollständigten Skulpturen geben dem Geschäftshaus an dieser bekannten Ecke eine stadtbildprägende Wirkung zurück“, sagt Roland Zurkuhlen von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Landeshauptstadt Potsdam.

Der ortsbildprägende Neubau der Berliner Volksbank an der Ecke Platz der Einheit - Yorckstraße gilt als Beispiel einer modernen Erinnerungsarchitektur, welche heute mit der Dachform und den Fassaden die ehemalige Alte Post von Georg Christian Unger maßgetreu und lagegetreu zitiert. Unger wählte für die Bekrönung der Risalite am Kanal Allegorien der zur Zeit des Barock bekannten Kontinente aus, um das erdkreisumspannenden Postwesen zu symbolisieren.

Drei originale weibliche Figuren überlebten die Kriegswirren. Die barocken Bildhauerwerke fanden über mehrere Jahrzehnte eine sichere Bleibe auf dem Schirrhof der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Diese wurden steinrestauratorisch von der Berliner Volksbank nach denkmalpflegerischen Auflagen behutsam restauriert und bereits 2016 auf den Risaliten an der Yorckstraße wieder aufgestellt: Europa mit Krone und Zepter sowie einem auf einem Buch stehenden Globus zu ihren Füßen, Asien, als Attribut in der linken Hand eine Mondsichel haltend und mit einem Turban zu ihren Füßen, Afrika mit einem Bogen in der rechten Hand und einem Löwen. Die Personifikation Amerikas wird ab morgen wieder am Kanal die Allegorien der damals bekannten Erdteile vervollständigen; sie ist mit Federn bekleidet und trägt einen Köcher mit Pfeilen. Zum Platz der Einheit nehmen die geflügelte „Fama“ mit Horn, nach der römischen Mythologie die Göttin des Ruhmes und des Gerüchtes und „Merkur“ wieder ihre Plätze ein. Der Götterbote Merkur ist unschwer an den kleinen Flügeln am Helm und dem Briefkuvert zu erkennen.

„Eine vergleichbare raumgreifende architektonische Wirkung an dieser ortsbekannten Karree-Ecke nach Vorbild der Alten Post konnte ohne die Ergänzung der fehlenden Skulpturen nicht erzielt werden. Der Bauherr war selbst an der Vervollständigung der fehlenden Attikafiguren sehr interessiert und beförderte ihre Wiedergewinnung. Für die Kooperation und für das finanzielle Engagement gilt der Berliner Volksbank deshalb unser Dank“, so Zurkuhlen. Der städtischen Denkmalbehörde war wichtig, dass nur anerkannte Bildhauer, welche in der Potsdamer Bildhauerkunst beheimatet sind, die fehlenden Skulpturen ergänzen - zumal die barocken Originale unmittelbar daneben schon ihren Platz eingenommen hatten.