Oberbürgermeister Mike Schubert lobt Zivilcourage und gelebte Demokratie der Crew
Pressemitteilung Nr. 443 vom 22.07.2019

Max-Dortu-Preis an Seenotretter der „Iuventa“ verliehen

Übergabe Max-Dortu-Preis an Crew-Mitglieder der "Iuventa" am 22. Juli 2019 im Potsdam Museum mit Oberbürgermeister Mike Schubert und Jury-Mitglied Prof. Julius Schoeps. Foto: LHP/jab
Übergabe Max-Dortu-Preis an Crew-Mitglieder der "Iuventa" am 22. Juli 2019 im Potsdam Museum mit Oberbürgermeister Mike Schubert und Jury-Mitglied Prof. Julius Schoeps. Foto: LHP/jab
Übergabe Max-Dortu-Preis an Crew-Mitglieder der "Iuventa" am 22. Juli 2019 im Potsdam Museum mit Oberbürgermeister Mike Schubert und Jury-Mitglied Prof. Julius Schoeps. Foto: LHP/jab
Oberbürgermeister Mike Schubert bei der Vergabe des Max-Dortu-Preises im Potsdam Museum. Foto: LHP/jab
Oberbürgermeister Mike Schubert bei der Vergabe des Max-Dortu-Preises im Potsdam Museum. Foto: LHP/jab
Oberbürgermeister Mike Schubert bei der Vergabe des Max-Dortu-Preises im Potsdam Museum. Foto: LHP/jab

Die Crew-Mitglieder des Seenotrettungsschiffes „Iuventa“ haben am Montag den Max-Dortu-Preis für gelebte Demokratie und Zivilcourage der Landeshauptstadt Potsdam erhalten. Vor knapp 200 Gästen im Großen Saal im Alten Rathaus übergab Oberbürgermeister Mike Schubert bei einer Festveranstaltung den Preis an die Crew-Mitglieder um Sascha Girke. „Die Crewmitglieder der ‚Iuventa‘ haben uns klar vor Augen geführt, was es bedeutet, wenn Staaten Hilfe für Menschen in Not verweigern. Dann ist nicht nur Leben in Gefahr. Dann steht das Gewissen auf dem Spiel. Dann wanken unsere grundlegenden Menschenrechte“, sagt Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert.

Die Laudatio für den Preisträger des Max-Dortu-Preises hielt Prof. Dr. Gesine Schwan. Die Politikwissenschaftlerin tritt für eine neue Flüchtlingspolitik der EU ein. Diese soll den Gemeinden, die die Hauptaufgabe der Integration übernehmen, durch zusätzliche Finanzierungen neue Handlungsspielräume eröffnen.

Die Besatzung der „Iuventa“ hat von 2016 bis 2017 in 16 Missionen mehr als 14 000 Menschen vor dem Tod durch Ertrinken im Mittelmeer bewahrt und in sichere Häfen gebracht. Auch nach der Beschlagnahmung ihres Schiffes im August 2017 durch italienische Behörden setzen sich die Besatzungsmitglieder unter der Initiative „Iuventa – Solidarity at Sea“ für eine Asylpolitik ein, die Menschen in Notsituationen und auf ihrer Flucht hilft und sie nicht kriminalisiert.

Mit der Verleihung des Max-Dortu-Preises an „Iuventa“ möchte Potsdam eine menschenwürdige Asylpolitik weiter unterstützen. „Jeder im Mittelmeer Ertrinkende, jede auf dem Weg nach Europa Sterbende lehrt und mahnt uns: Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren, dieser Situation mit geeigneten, menschenwürdigen Maßnahmen zu begegnen. In Potsdam wollen wir unseren Beitrag für eine menschenwürdige Asylpolitik leisten“, sagt Mike Schubert.

Die Stadt hat sich bereits im Sommer 2018 mit 60 anderen Städten und Gemeinden zum „Sicheren Hafen“ erklärt und setzt sich aktiv für die Aufnahme von geflüchteten Menschen ein. Mit sieben weiteren erstunterzeichnenden Städten verabschiedete die Landeshauptstadt im Juni 2019 die „Potsdamer Erklärung“, in der die „Städte Sicherer Häfen“ die Bundesregierung und den Bundesminister auffordern, sie bei der praktischen Aufnahme Geflüchteter, der Unterbringung und der Finanzierung zu unterstützen. Das hat die Landeshauptstadt auch dem Bundesinnenminister mitgeteilt. „Mit dem Unterstützungsangebot der Landeshauptstadt haben wir den Innenminister zugleich aufgefordert, eine solidarische, gesamteuropäische Lösung zu forcieren, um die anhaltende Katastrophe auf dem Mittelmeer endlich zu beenden“, so Oberbürgermeister Mike Schubert.

Der Max-Dortu-Preis ist dem Potsdamer Freiheitskämpfer der 1848er-Revolution Max Dortu verpflichtet und würdigt Akteure, die sich für die Freiheit des Einzelnen und für eine demokratisch verfasste Gesellschaft engagieren und dabei auch mutige, unkonventionelle Wege gehen.

Die Preisjury hat den diesjährigen Preisträger aus den eingegangenen Nominierungen ermittelt und vorgeschlagen. Der Jury gehören Prof. Dr. Julius Hans Schoeps, Prof. Dr. Heinz Kleger, Dr. Birgit-Katharine Seemann, Ute Meesmann, Daniel Wetzel und Dr. Jörg Kwapis an.

Alle Informationen finden Sie auch auf www.max-dortu-preis.de.