Finanzministerium überträgt wichtige Wasser- und Uferflächen an Landeshauptstadt
Pressemitteilung Nr. 442 vom 05.07.2017

Potsdam übernimmt Brandenburger Teil des Groß Glienicker Sees

Burkhard Exner, Christian Görke, Jann Jakobs und Winfried Sträter bei der Übergabe
Burkhard Exner, Christian Görke, Jann Jakobs und Winfried Sträter bei der Übergabe
Burkhard Exner, Christian Görke, Jann Jakobs und Winfried Sträter bei der Übergabe. Foto Landeshauptstadt Potsdam/ Stefan Schulz

Nach jahrelangen Diskussionen und Protesten gegen eine mögliche Privatisierung von Gewässern im Land Brandenburg hat heute Finanzminister Christian Görke einen weiteren vom Bund übernommenen See an die Kommune vor Ort übertragen: Der Minister übergab symbolisch den westlichen, im Land Brandenburg gelegenen Teil des Groß Glienicker Sees an die Landeshauptstadt Potsdam, in deren gleichnamigen Ortsteil der Groß Glienicker See liegt. Bei der Übergabe des rund 36 Hektar großen Teils des Sees überreichte der Minister im Beisein des Ortsvorstehers von Groß Glienicke, Winfried Sträter, Oberbürgermeister Jann Jakobs und Bürgermeister Burkhard Exner eine entsprechende Urkunde. Der östliche Teil des Groß Glienicker Sees ist rund 30 Hektar groß und liegt auf dem Gebiet des Landes Berlin.

Oberbürgermeister Jann Jakobs: „Die Übernahme des Groß Glienicker Sees ins Eigentum der Landeshauptstadt ist ein wichtiges Signal für Potsdam. Damit bekommen wir die Verfügung über den See und auch einige Uferflächen. Ich freue mich auch darüber, dass die Übertragung dieser Hälfte des Sees, wie versprochen, zum 750. Geburtstag von Groß Glienicke über die Bühne geht. Das hat eine große symbolische Bedeutung für den Ortsteil, aber auch für Potsdam.“

Finanzminister Christian Görke: „Jahrelang sorgte die Privatisierung von Seen in Brandenburg für Streit und Unruhe. Man möge sich nur einmal vorstellen, der Groß Glienicker See, dessen Name der angrenzende Potsdamer Ortsteil trägt, wäre privatisiert worden und vielleicht schon wieder nicht mehr für die Groß Glienicker zugänglich gewesen“, blickte Finanzminister Görke bei der Übergabe auf der Badewiese zurück und spielte damit auf die Zeit der Deutschen Teilung an, als am westlichen Ufer des Sees die Mauer verlief. Das Land habe trotz der ursprünglichen Auffassung, dass der Bund die Gewässer kostenlos dem Land übertragen möge, die Übertragung gegen einen Ausgleichsbetrag ausgehandelt, um in Groß Glienicke und andernorts im Land die Gewässer in öffentlichem Besitz zu halten.

Die drei heute übergebenen Grundstücke umfassen neben der eigentlichen Wasserfläche mit zwei Inseln auch eine ca. 2760 Meter lange und 3 Meter breite Uferzone (rund 8280 m²) auf der Potsdamer Seite des Sees. Dabei handelt es sich um einen Landstreifen mit Rasenflächen, Strauchflächen, Flächen mit Baumbestand sowie Wasserzu- und -ablaufflächen. Die Landeshauptstadt Potsdam wird diese Flächen nicht weiter veräußern, sondern der Öffentlichkeit frei zugänglich machen.

Die Landeshauptstadt bemüht sich durch die Übernahme von Wasser- und Uferflächen einen durchgehend öffentlich zugänglichen Uferweg am Groß Glienicker See herzustellen. Dieses Ziel konnte bisher nicht vollständig erreicht werden. Aktuell befinden sich rund 65 Prozent der Uferwegeflächen im Besitz der Landeshauptstadt, ca. 35 Prozent der Flächen sind noch ungesichert. Eine gütliche Einigung mit den Eigentümern der restlichen Grundstücke ist bisher in nur zwei Fällen gelungen. Aus diesem Grund wurden die Verfahren vor der Enteignungsbehörde wieder aufgenommen mit der Hoffnung auf eine baldige Entscheidung.