Seit zwei Jahren steigende Besucherzahlen/ Kinder und Jugendliche zahlreich vertreten
Pressemitteilung Nr. 33 vom 18.01.2018

Naturkundemuseum Potsdam zieht Bilanz

Dr. Jobst Pfaender und Dr. Ina Pokorny mit Elch
Dr. Jobst Pfaender und Dr. Ina Pokorny mit Elch
Dr. Jobst Pfaender und Dr. Ina Pokorny mit Elch. Foto Naturkundemuseum Potsdam/ Anne Vierling

Das Naturkundemuseum Potsdam begrüßte im vergangenen Jahr 26.217 Gäste. Seit zwei Jahren steigen die Besucherzahlen. In den Monaten Januar, Februar und Juli kamen die meisten Menschen ins Museum, während die Monate August, September und Dezember am wenigsten besucht wurden. Unter den Gästen des Museums waren mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche. Erwachsene hatten mit 11.864 Besuchenden einen 45-prozentigen Besucheranteil. Schüler-, Hort- und Kitagruppen bietet das Museum einen kostenfreien Eintritt an. Insgesamt kamen mehr als 2.300 Schüler und Schülerinnen.

„Die gezielte Bildungsarbeit mit Kindern ist uns sehr wichtig. Ich freue mich daher, dass wir als außerschulischer Lernort so gut etabliert sind. Das vergangene Jahr war ein eindrucksvolles Jahr, was unsere museumspädagogischen Angebote betrifft. Wir haben 240 Veranstaltungen und über hundert Führungen für Kitas, Schulen, Hortgruppen durchgeführt. Darunter allein 18 Führungen durch eine Kooperation mit der Kita Spatzennest aus Groß Glienicke. Auch die Familienevents waren echte Magnete, 109 Kindergeburtstage, 23 Ferienprogramme und insgesamt 14 fast ausgebuchte Taschenlampenführungen zeigen eine deutliche Steigerung zu den Vorjahren“, stellt der Direktor des Naturkundemuseums Dr. Jobst Pfaender erfreut fest. Zu den wichtigsten Ereignissen des letzten Jahres gehörte seine Neubesetzung als Direktor des Museums. Zuvor war er bereits als kommissarischer Direktor im Museum tätig. Mit Stellenantritt wurde der erste Teil der Ausstellung „Tierwelt Brandenburgs“ aktualisiert.

Auch die Forschungs- und Citizen-Science-Projekte kamen im vergangenen Jahr nicht zu kurz. Ein Bürgerprojekt zur Europäischen Gottesanbeterin wurde anlässlich der Wahl zum Insekt des Jahres 2017 initiiert. Das Naturkundemuseum Potsdam und die Entomologen des Freundeskreises Mantidenfreunde Berlin-Brandenburg hatten das Ziel, Bürgerinnen und Bürger aus Brandenburg und Berlin aktiv an der Suche nach dem Insekt zu beteiligen. Es gab über 40 Fundmeldungen aus Brandenburg, die zur Erforschung der Ausbreitung der Gottesanbeterin in der Region beitragen. Das Projekt wird in diesem Jahr weiter fortgeführt. Mit Unterstützung des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft in Brandenburg wurde ein DNA-Barcoding-Verfahren an heimischen Elritzen-Populationen durchgeführt. Das Museum geht damit der Frage nach, ob es genetische Unterschiede in den verschiedenen Regionen gibt. Diese Kenntnisse sind für den Naturschutz und das Fischmanagement ausschlaggebend. Direkt vor der Haustür, in der Potsdamer Havel und der Nuthe, untersucht das Museum die Ursachen für die fortschreitende Invasion osteuropäischer Bachflohkrebsarten. Inzwischen bilden diese fremden Arten den Großteil der Kleinkrebspopulation in den Potsdamer Gewässern. Gerade in kleineren Gewässern stoppt die Invasion. Warum das so ist, soll im Rahmen dieses Projektes geklärt werden.

Das Naturkundemuseum Potsdam beherbergt inzwischen über 460.000 Sammlungsobjekte, darunter viele streng geschützte Tierarten. Neben 15 Wölfen, kamen im vergangenen Jahr neun Fischotter und ein für Brandenburg besonderes Tier ins Museum: der Elch. Im Jahr 2017 wurden in Brandenburg vier tote Elche aufgefunden, von denen bislang drei in die wissenschaftliche Sammlung des Naturkundemuseums Potsdam aufgenommen wurden.

Geplant ist es, den wenigen in Deutschland vorkommenden Großtrappen eine größere Präsenz in der Ausstellung zu geben. Die Überarbeitung dieses Teils der Ausstellung soll die für Brandenburg repräsentative Vogelart stärker fokussieren und zur Aufklärung beitragen. Besonders das einzigartige Balzverhalten der Vögel soll in der Ausstellung abgebildet werden. Bis 2025 wird eine Überarbeitung des Gesamtkonzepts das Ziel sein. „Die Ausstellungen sollen stärker als Erlebnis wahrgenommen werden, dazu gehören auch Mitmachangebote, Mehrsprachigkeit, einfache Sprache, Barrierefreiheit sowie gezielte mediale Angebote“ erklärte Dr. Pfaender. Die Ausstellung „Tiere gezeichnet!“ mit Bleistiftzeichnungen von Ralf Wilhelm Schmidt und die Foto-Ausstellung „Aufatmen. Die Havel erleben“ zogen im vergangenen Jahr viele Besuchende an. Die Foto-Ausstellung ist noch bis zum 18. März 2018 mit Aufnahmen von Klemens Karkow und Parwez Mohabat-Rahim zu sehen. Im September wird in Kooperation mit dem Naturpark Dahme Heideseen eine Ausstellung in der Treppenhausgalerie entstehen.

Das Museum beteiligt sich in diesem Jahr an einem Inklusionsprojekt, das pflegebedürftige ältere Menschen mit und ohne Demenz durch ein sinnesorientiertes Erlebnis im Museum fördert. Initiator für das Projekt ist der Museumsverband Brandenburg e.V. in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Demenz. Neben dem Naturkundemuseum Potsdam nehmen auch das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte und das Museum Barberini an dem Projekt teil. Zusammen mit professioneller Unterstützung wird in jedem Museum ein spezielles Angebot für die Zielgruppe entstehen. Das 2016 entwickelte Integrationsprojekt für Geflüchtete Schülerinnen und Schüler der Weidenhof Grundschule in Potsdam wurde weitentwickelt. Der neue Museumskoffer „Tierisch in Bewegung“ wird 2018 für die selbstständige Nutzung und zur praktischen Projektdurchführung mit Schülern und Lehrenden der Weidenhof Grundschule Potsdam eingesetzt.

Weitere Informationen zum Naturkundemuseum Potsdam sowie den Ausstellungen und Veranstaltungen finden Sie unter: www.naturkundemuseum-potsdam.de