Erinnerung an die Bücherverbrennung am 22. Mai 1933 auf dem Bassinplatz in Potsdam
Pressemitteilung Nr. 321 vom 19.05.2017

Lesung im Demokratiebus

Im Gedenken an den Tag der Bücherverbrennung am 22. Mai 1933 auf dem Potsdamer Bassinplatz wird der „Demokratiebus“ am Montag, den 22. Mai 2017 auf der Linie 695 zum „Vorlesebus“.  Diana Golze, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg eröffnet die Aktion um 8:30 Uhr und liest anschließend aus „Ede und Unku“ von Grete Weiskopf. Personen des öffentlichen Lebens und engagierte Menschen aus den verschiedensten Lebensbereichen der Gesellschaft lesen aus Texten von Autoren, deren Bücher verboten und verbrannt wurden.

Im März 1933 begannen die Nationalsozialisten bereits kurz nach der Machtübertragung im Zuge der „Aktion wider den undeutschen Geist“ die systematische Verfolgung unzähliger Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Die Lesung ruft ein Stück Potsdamer Geschichte aus der Zeit des Nationalsozialismus ins Gedächtnis. Die Lesung im Demokratiebus soll gleichzeitig Mahnung sein, die Errungenschaften der Demokratie zu achten, kreativ zu gestalten und zu verteidigen.

„Der Umgang mit Erinnerung und das Gedenken sollen nicht nur mahnen, sondern auch Element unseres Zusammenlebens und Handelns sein, welches wir demokratisch, friedlich und gewaltfrei gemeinsam gestalten. Demokratie lebt von Beteiligung und gleichzeitiger Einbindung von der Geschichte“, so Oberbürgermeister Jann Jakobs.
 
Mit Blick auf die europäische Gegenwart ergänzt Kilian Kindelberger, Geschäftsführer der Berlin-Brandenburgischen-Auslandsgesellschaft, „was aktuell um uns passiert, ist besorgniserregend. Mitten in Europa ist Rechtspopulismus plötzlich salonfähig geworden. Die Geschichte mahnt uns, wohin Hass und Intoleranz führen können. Wir dürfen nicht zulassen, dass scheinbare Volksversteher und Volksversteherinnen mit neuen Feindbildern und einfachen Antworten die Oberhand gewinnen“.

Der „Demokratiebus“ ist das Ergebnis eines Projektes aus dem Jahr 2013 von Schüler*innen des Leibniz-Gymnasiums und der Voltaire-Gesamtschule - beides Schulen mit dem Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“  - in Kooperation mit dem Aktionsbündnis Brandenburg. Seit 2013 fährt der Demokratiebus auf verschiedenen Linien in Potsdam.
Die Lesung findet im Vorfeld des 15-jährigen Bestehens des Bündnisses „Potsdam! bekennt Farbe“ statt.

Organisatoren sind das Bündnis „Potsdam! bekennt Farbe“, die BBAG - Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft e.V. und die Landeshauptstadt Potsdam in Zusammenarbeit mit der ViP – Verkehrsbetriebe Potsdam GmbH.

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