Büro für Chancengleichheit und Vielfalt legt Jahresbericht 2019/2020 vor
Pressemitteilung Nr. 291 vom 31.05.2021

EINE Stadt für ALLE: Für eine chancengerechte Stadt

Die Beauftragten und die Koordinatorin für Kinder- und Jugendinteressen stehen vor dem Rathaus.
Die Beauftragten und die Koordinatorin für Kinder- und Jugendinteressen stehen vor dem Rathaus.
Von oben nach unten: Dr. Tina Denninger, Magdolna Grasnick, Martina Trauth und Stefanie Buhr (Foto: Landeshauptstadt Potsdam / R. Schnabel)

Die Leiterin des Büros für Chancengleichheit und Vielfalt und Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Potsdam, Martina Trauth, stellte heute gemeinsam mit der Beauftragten für Migration und Integration, Magdolna Grasnick, der Beauftragten für Menschen mit Behinderung, Dr. Tina Denninger sowie der Koordinatorin für Kinder- und Jugendinteressen, Stefanie Buhr, den Jahresbericht „Chancengleichheit 2019/2020“ vor. Die vier städtischen Beauftragten verfolgen mit ihrer Arbeit das Ziel einer chancengerechten, inklusiven und kinder- und jugendfreundlichen Landeshauptstadt Potsdam.

„Durch den stetigen Bevölkerungsanstieg gewinnen die Themen Integration, Inklusion, Vielfalt und Chancengleichheit, auch für Kinder und Jugendliche immer stärker an Bedeutung“, sagt Martina Trauth. „Deswegen muss sich die Landeshauptstadt Potsdam sowohl nach innen für ihre Mitarbeitenden als auch nach außen für die Einwohnerinnen und Einwohner öffnen und wichtige Werte wie Chancengleichheit und Vielfalt fördern.“

So wurde auch die Stelle der Koordinatorin für Kinder- und Jugendinteressen aufgrund des Aktionsplans kinder- und jugendfreundliche Kommune und der seit Dezember 2018 im § 3a der Hauptsatzung verpflichtenden Kinder- und Jugendbeteiligung, neu geschaffen. Seit 1. Oktober 2018 ist diese Stelle mit Stefanie Buhr erstmalig besetzt. Vorrangige Arbeitsfelder der Koordinatorin sind die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention im Verwaltungshandeln, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei städtischen Planungen sowie die Vertretung ihrer Interessen in fachübergreifenden Arbeitsgruppen, Gremien und Ausschüssen. Stefanie Buhr leitet Beschwerden von Kindern und Jugendlichen an entsprechende Stellen weiter. Sie sagt: „Für mich ist Chancengleichheit erreicht, wenn Kinder und Jugendliche stärker berücksichtigt werden als bisher, nach ihrer Sichtweise gefragt werden und ihre Perspektive in kommunale Planungsprozesse einbezogen wird. Dies gelingt nur, wenn alle relevanten Akteure eine verantwortungsbewusste Kooperation anstreben und aufeinander abgestimmt handeln, so dass Potsdam sich nachhaltig als attraktiver Lebensort für Kinder und Jugendliche weiterentwickeln kann“.

Neu im Team ist seit dem 1. Oktober 2020 auch Dr. Tina Denninger, die Beauftragte für Menschen mit Behinderung. Mitten in der Corona Pandemie hat sie ihre neue herausfordernde Stelle angetreten. Bisher war es ihr kaum möglich ihre Mitstreiter*innen persönlich kennenzulernen. Dafür hat sie aber in den vergangenen Monaten zahlreiche Videokonferenzen gestemmt, sich virtuell vernetzt und wichtige Projekte angestoßen. Dazu gehören u.a. die Verbesserung der Barrierefreiheit der Webseiten der Landeshauptstadt Potsdam sowie die Aktualisierung des barrierefreien Stadtführers. “Für mich ist Chancengleichheit erreicht, wenn Menschen mit Behinderung selbstbestimmt entscheiden können, wie sie ihr eigenes Leben hinsichtlich Arbeit, Freizeit und Wohnen gestalten wollen“, sagt Tina Denninger. Entscheidend dafür sind nicht zuletzt gute, niedrigschwellige und barrierefreie Informationen. Wichtige Zukunftsprojekte für die Beauftragte sind deshalb der Start einer Seite in Leichter Sprache sowie die Bereitstellung einer barrierefreien digitalen Stadtkarte mit Infos zur Barrierefreiheit von Orten und Wegen.

Die Corona Pandemie war auch für die Beauftragten eine der größten Herausforderungen für ihre Arbeit in den vergangenen Monaten. „Mit großer Sorge haben wir die Entwicklung der Zunahme gegen Gewalt an Frauen und an Kindern beobachtet“, so Martina Trauth. Zusammen mit dem Arbeitskreis Opferschutz, der vierteljährig an ihrem Tisch tagt, habe sie Informationskampagnen gestartet um über Hilfsmöglichkeiten zu informieren. So ist die Nummer des bundesweiten Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ in Potsdam im VIP Fahrgast TV im November und Dezember 2020 in Schleifen kontinuierlich angezeigt worden. Zusammen mit dem städtischen Wohnungsbauunternehmen Pro Potsdam und weiteren Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaften veranlasste sie, dass in allen Hausaufgängen der Mietobjekte Infoblätter mit den wichtigsten Hilfsangeboten ausgehängt wurden. Gewalt an Frauen ist für die Gleichstellungsbeauftragte aber nicht nur zu Coronazeiten ein wichtiges Thema. Jede vierte Frau in Deutschland ist davon betroffen. „Geschlechtsbezogene Gewalt gegen Frauen ist viel zu lang vernachlässigt beziehungsweise verharmlost worden und muss in Deutschland endlich als strukturelles Problem ernstgenommen werden. Wir müssen auf allen staatlichen Ebenen Gewalt gegen Frauen verhindern, bekämpfen und den Opfern häuslicher Gewalt Schutz und Hilfe gewähren, so wie es auch die Istanbul Konvention vorsieht, der Deutschland 2018 beigetreten ist“, so Martina Trauth.

Auch die Arbeit der Migrations- und Integrationsbeauftragten Magdolna Grasnick wurde durch die Coronapandemie auf die Probe gestellt. Nichtsdestotrotz schaffte sie es im September 2020 zusammen mit 47 beteiligten Organisationen die 30. Potsdamer Interkulturelle Woche unter dem Motto „Unter einem Dach“ auf die Beine zu stellen. Durch Teamwork in Federführung des Migrantenbeirates wurde der Integrationspreis vergeben. Magdolna Grasnick sagt: „Für mich ist Chancengleichheit erreicht, wenn Zugewanderte ihr Leben in der Gemeinschaft gleichberechtigt mitgestalten können, weil sie die gleichen Rechte auf Teilhabe haben wie alle anderen auch“. Entsprechend diesem Grundsatz war die Arbeit der Integrationsbeauftragten geprägt durch zahlreiche Veranstaltungen zur Vernetzungsarbeit und zur Weiterqualifizierung der fachlichen Arbeit im Bereich der Integration und Migration wie zum Beispiel die Durchführung des Potsdamer Integrationsfachtags „Wohnen“ in Bezug auf das Landesaufnahmegesetz. 2019 veröffentlichte Magdolna Grasnick das Integrationsmonitoring 2019, eine wertvolle datenbasierte Entscheidungsgrundlage zur Unterstützung eines erfolgreichen Integrationsprozesses.

Zentral für die Arbeit der Beauftragten der Landeshauptstadt Potsdam ist die Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung sowie eine breite Öffentlichkeitsarbeit. Dazu wollen sie zukünftig auch verstärkt in den sozialen Medien präsent sein. „Die Stärke unserer Arbeit liegt in der Kooperation und dem Dialog auf Augenhöhe mit allen Menschen“, sagt Martina Trauth und meint damit nicht nur die Stadtgesellschaft, sondern schließt die politischen Akteur*innen genauso ein wie ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung. „Wir sind dann erfolgreich, wenn die Menschen unsere Anliegen von Chancengleichheit und Vielfalt wichtig finden, für sich selbst und für eine gut funktionierende Gesellschaft“.