Städtische Wirtschaftsförderung zieht positive Zwischenbilanz der Corona-Unterstützung
Pressemitteilung Nr. 274 vom 28.04.2020

Starke Kooperationsbereitschaft der Potsdamer Wirtschaft

Die Friedrich-Ebert-Straße in Potsdam Foto: Landeshauptstadt Potsdam, Robert Schnabel
Die Friedrich-Ebert-Straße in Potsdam Foto: Landeshauptstadt Potsdam, Robert Schnabel
Die Friedrich-Ebert-Straße in Potsdam Foto: Landeshauptstadt Potsdam, Robert Schnabel

Vor etwa sechs Wochen, am 17. März 2020 ist die Unternehmens-Hotline der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Potsdam freigeschaltet worden. Per Telefon, E-Mail oder über die täglich aktualisierten Webseiten können Potsdamer Unternehmen und Gewerbetreibende rund um die Uhr Fragen stellen und Informationen zu den Eindämmungsverordnungen während der Corona-Krise bekommen.

In einem Zwischenresümee wurde inzwischen deutlich, dass besonders zu Beginn der Corona-Verordnungen und bei Aktualisierungen ein sehr hoher Informationsbedarf der städtischen Unternehmen bestand und besteht.

„Ich bedanke mich bei den Potsdamer Unternehmen und Gewerbetreibenden für ihr Verständnis, die Kooperationsbereitschaft und das Engagement für Lösungen. Großer Dank gilt auch den Mitarbeitenden der Wirtschaftsförderung für ihre hohe Einsatzbereitschaft rund um die Uhr“, führt der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, Bernd Rubelt, aus.  

„Anfänglich stand natürlich die Frage nach Unterstützungsmöglichkeiten im Vordergrund. Nachdem insbesondere die wertvollen Soforthilfeprogramme des Landes Brandenburg freigeschaltet waren, konzentrierten sich die vielen Anfragen auf Details in der Umsetzung für weiterhin zulässige Geschäftsbereiche“, sagte Stefan Frerichs, Leiter der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Potsdam, von dessen Team die Hotline besetzt ist.

Potsdam hat etwa 90% Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern und damit eine damit sehr kleinteilige Struktur. Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) verfügen in der Regel nur über geringe Rücklagen. Noch gravierender ist die Situation für Gründungen, hier fehlen neben der Rücklage auch die Stammkunden, die nach der Corona-Krise wieder Aufträge erteilen werden.

Erwartungsgemäß sind für die Landeshauptstadt Potsdam als „tertiärer“ Standort im Dienstleistungssektor die dort angesiedelten Branchen am stärksten betroffen, also neben der klassischen „Dienstleistung“, der „Einzelhandel“ und die „Gastronomie“. Die wesentlichen Gründe für die schwierige Wirtschaftslage sind ausbleibende Kunden sowie Stornierungen bzw. fehlende Aufträge. Insbesondere saisonbedingte Ausfälle im Ostergeschäft, zum Saisonstart und bei gutem Wetter sind nicht zu kompensieren. Das betrifft insbesondere den touristischen Sektor.

Insgesamt wird die Dauer der Eindämmungsverordnung des Landes entscheidend für das Überleben vieler Betriebe sein. Kompensationsmöglichkeiten bestehen im Online-Handel begrenzt für Einzelhandel und Gastronomie, aber kaum für Dienstleistungen und gar nicht im Beherbergungsgewerbe.

„Die Tasse Kaffee, die Übernachtung im Hotel oder die Schiffsfahrt auf der Havel werden nach der Corona-Krise nicht doppelt geordert. Mit dem Saisonauftakt erwirtschaften die Beherbergungsbetriebe, die gastronomischen Einrichtungen und die vielen touristischen Dienstleister einen nicht unerheblichen Anteil ihres Jahresumsatzes,“ verdeutlichte Bernd Rubelt, Wirtschaftsbeigeordneter der Landeshauptstadt Potsdam den Ernst der Lage. „Sollte die Schließung der Betriebe noch den ganzen Sommer bestehen bleiben müssen, werden sehr viele Betriebe in starke existenzielle Schieflagen geraten“, so Rubelt weiter. „Hier brauchen wir für unsere touristischen Gewerbebetriebe die weitergehenden und planbaren Unterstützungen von Bund und Land.“

In der Wirtschaftsförderung gestaltete sich auch der erforderliche Abstimmungs-und Rechercheaufwand, also die Arbeit „zwischen den Telefonaten“, sehr intensiv. Mit den Kammern und Verbänden sowie der Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburg erfolgten besonders zu Beginn der Pandemieverordnungen tägliche Abgleiche, um gegenüber den Anfragen und Kunden einheitliche Informationen herauszugeben, insbesondere bei der schriftlichen und damit verbindlicheren Beantwortung von E-Mail-Anfragen.

„Wir wissen, dass die Pandemie in allererster Linie zunächst ein gesundheitliches Thema ist und die Arbeitsbelastungen bei unserem Gesundheitsamt und allen relevanten Einrichtungen in Potsdam noch ungleich höher sind“, sagte Frerichs. „Trotzdem möchten wir an dieser Stelle auch im Namen der „Wirtschaft“ einen Dank an die hochmotivierte und unbürokratische Zusammenarbeit mit den Landeseinrichtungen und auch intern mit dem Ordnungs- und Gewerbeamt in diesen besonderen schwierigen Zeiten aussprechen“, so Frerichs abschließend.