72 Jahre nach der Zerstörung der Stadt Potsdam in der Nacht vom 14./15. April 1945
Pressemitteilung Nr. 224 vom 11.04.2017

Gedenkveranstaltung am 14. April: Erinnerungen an die „Nacht von Potsdam“

Die Landeshauptstadt Potsdam lädt am 14. April 2017 um 20:45 Uhr in das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte zu einer Gedenkveranstaltung in Erinnerung an den britischen Luftangriff auf Potsdam vor 72 Jahren ein. Oberbürgermeister Jann Jakobs wird die Veranstaltung eröffnen. „Es ist wichtig, sich an dieses Datum zu erinnern und den Opfern zu gedenken. Krieg und Gewalt haben in dieser Welt nichts zu suchen“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs.

Auf der Veranstaltung wird die Zeitzeugin Dr. Manon Andreas-Grisebach über ihre persönlichen Erlebnisse berichten. Die Pianistin Motoko Liebau-Nishida und der Cellist Bernd Teichgräber werden die Veranstaltung musikalisch begleiten. Auf der Abendveranstaltung werden zudem filmische Interviews von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der Zerstörung Potsdams 1945 präsentiert. Der Eintritt ist frei.
 
In der Nacht vom 14. auf den 15. April 1945 wurden große Teile der Potsdamer Innenstadt durch einen Luftangriff der britischen Royal Air Force zerstört. Fast 1.600 Menschen kamen dabei ums Leben. Diese „Nacht von Potsdam“ bedeutete eine der größten Zäsuren in der Potsdamer Stadtgeschichte.

Die Erinnerung an den nur wenige Minuten dauernden Angriff ist bei den heute noch lebenden Zeitzeugen sehr lebendig. In diesem Jahr berichtet Monon Andreas-Grisebach im Gespräch mit Susanne Fienhold Sheen, Förderverein Potsdam Museum, von ihren persönlichen Erlebnissen. Manon Andreas-Grisebach wurde 1931 geboren und ist die Tochter der Kunsthistoriker Hanna und August Grisebach. Die Familie lebte von 1937 bis 1945 in Potsdam.

Als Kind erlebte sie die Zerstörung Potsdams; ihre Mutter Hanna hielt ihre Eindrücke der Ereignisse von 1945 im „Potsdamer Tagebuch“ fest, das mehrfach verlegt wurde und in Potsdam eine hohe Anerkennung genießt. Manon Andreas-Grisebach ist promovierte Literaturwissenschaftlerin, war von 1980 bis 1981 Vorstandssprecherin der niedersächsischen Grünen und wurde im Oktober 1981 gemeinsam mit Dieter Burgmann und Petra Kelly zur Bundesvorstandssprecherin der Partei Die Grünen gewählt. Sie ist nach wie vor publizistisch tätig und lebt in der Nähe von Klagenfurt.