13 bestätigte Corona-Fälle / Hotlines eingerichtet / Screening-Zentrum im Süden geplant
Pressemitteilung Nr. 178 vom 17.03.2020

Potsdam stellt 200.000 Euro für Kultur und Sport zur Verfügung

Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage am 17. März 2020
Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage am 17. März 2020
Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage am 17. März 2020

Oberbürgermeister Mike Schubert hat heute gemeinsam mit dem stellvertretenden Leiter des Verwaltungsstabes und Chef der Feuerwehr, Ralf Krawinkel, und der Beigeordneten für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Noosha Aubel, über die aktuelle Lage im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in Potsdam informiert.

Um Bürgerinnen und Bürgern zu aktuellen Regelungen im Zusammenhang mit den geltenden Allgemeinverfügungen zu informieren, hat die Landeshauptstadt Potsdam eine Hotline eingerichtet. Potsdamerinnen und Potsdamer können sich mit ihren Fragen ab morgen früh um 8 Uhr an die 289 1040 wenden. Dort werden sie beraten und bekommen Hinweise zur Anwendung der Allgemeinverfügungen. Auch für Wirtschaftsbetriebe ist ab sofort eine Hotline verfügbar: Unter 289 2888 oder unter wirtschaft@rathaus.potsdam.de stehen den Betrieben Ansprechpartner im Rathaus zur Verfügung. Um die Situation der Wirtschaftsbetriebe zu erörtern und Ansätze für Unterstützungsmöglichkeiten zu finden, hat Oberbürgermeister Mike Schubert heute außerdem Vertreter der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der DeHoGa eingeladen. „Wir haben die aktuelle Situation erörtert, über die Sorgen der Unternehmer gesprochen und weitere gemeinsame Schritte vereinbart“, so der Oberbürgermeister.  

Zu Unterstützungsmöglichkeiten für Kultur- und Sportvereine gab es heute am Tisch der Kulturbeigeordneten Noosha Aubel weitere Gespräche. Daran nahmen Vertreterinnen und Vertreter der städtischen Kultureinrichtung, der freien Träger, des Landes und von Sportvereinen teil. „Kurzfristig werden wir 200 000 Euro für die Bereiche Kultur und Sport zur Verfügung stellen. Unser Ziel dabei ist es, in dieser schwierigen Zeit die Strukturen der Träger zu sichern“, so Aubel.
Sie wandte sich mit einem Appell an die Vereinsmitglieder und Gäste von Kulturveranstaltungen: „Vereine und Kulturträger bieten mehr als eine Leistung, die bezahlt wird. Sie bereichern das gesellschaftliche Leben ungemein. Bitte überlegen Sie genau, ob Sie in der aktuell sehr schwierigen Situation eine Kostenerstattung für ein ausgefallenes Kulturevent fordern müssen oder ihren Mitgliedsbeitrag zurückziehen – denn damit brechen den Anbietern wichtige Einnahmen weg. Zeigen Sie Solidarität, indem Sie Ihren Verein, Ihre Lieblingsbühne weiter unterstützen!“

Aktuell gibt es in Potsdam 13 bestätigte Fälle einer Covid-19-Infektion, von denen zwei stationär behandelt werden. 167 Menschen sind als Kontaktpersonen ersten Grades in häuslicher Isolation. Die Landeshauptstadt Potsdam arbeitet derzeit am Aufbau eines weiteren Screening-Zentrums, an dem Menschen, die nach Kriterien des Robert-Koch-Institutes auf das Corona-Virus getestet werden sollten, einen Abstrich erhalten. Dieses soll südlich der Havel im Bereich Stern entstehen. Gemeinsam mit der kassenärztlichen Vereinigung appelliert die Landeshauptstadt Potsdam an niedergelassene Ärzte und medizinische Fachangestellte, sich am Aufbau dieses Zentrums zu beteiligen und vor Ort zu unterstützen. Kontakt kann dazu bei der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg unter info@kvbb.de aufgenommen werden.

Seit dem heutigen Dienstag gilt die „Allgemeinverfügung zum Umgang mit größeren Veranstaltungen und Einrichtungen des gesellschaftlichen Lebens im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 und COVID-19 der Landeshauptstadt Potsdam“. Darin ist die Schließung aller Schankbetriebe und Klubs sowie neue Regeln für Veranstaltungen und Gaststätten geregelt. Danach sind unter anderem öffentliche und nichtöffentliche Veranstaltungen ab 50 Teilnehmenden werden untersagt. Bei Veranstaltungen mit weniger als 50 Teilnehmenden hat der Veranstalter die anwesenden Personen in einer Anwesenheitsliste zu erfassen. Geschlossen werden außerdem Tanzlustbarkeiten, Messen, Ausstellungen, Spezialmärkte, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Unternehmen, Kinos, Theater, Konzerthäuser, Museen und ähnliche Einrichtungen. Der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimmbädern, Fitness- und Tanzstudios und ähnlichen ist auch untersagt. Geschlossen werden auch Spielplätze im Freien sowie Indoor-Spielplätze.

Bereits am Freitag schlossen unter anderem alle städtischen Museen, das Hans Otto Theater, der Nikolaisaal, die Biosphäre, die Stadt- und Landesbibliothek, die Volkshochschule, die Schwimmhallen und der Treffpunkt Freizeit. Ab Mittwoch, 18. März, bleiben alle Schulen und Kindertagesstätten sowie Tagespflegestellen aufgrund der deutschlandweit steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen geschlossen. Eine Notbetreuung für Kinder von „strukturrelevantem Personal“ bis zum Alter von 12 Jahren ist gewährleistet. Eine aktuelle Liste der Berufe im kritischen Infrastruktur sowie einen Antrag für Eltern aus diesen Berufszweigen auf Betreuung der Kinder ab Mittwoch finden Sie online auf www.potsdam.de/corona.