Pressemitteilung Nr. 163 vom 13.03.2019

Potsdam Museum erhält Werke von Hannah Schreiber de Grahl

Schenkung ans Potsdam Museum, Hannah Schreiber de Grahl, Uferlandschaft (Ausschnitt)
Schenkung ans Potsdam Museum, Hannah Schreiber de Grahl, Uferlandschaft (Ausschnitt)
Schenkung ans Potsdam Museum, Hannah Schreiber de Grahl, Uferlandschaft (Ausschnitt)

Der Großneffe von Hannah Schreiber de Grahl (1864-1930), Klaus Runze, hat heute dem Potsdam Museum drei Kunstwerke aus dem Familiennachlass sowie zeitgeschichtliche Dokumente, Fotografien, ein Textbuch mit Bilderfolgen zum Leben und Wirken der Künstlerin sowie das von ihm verfasste Manuskript „Drei Schwestern“ übergeben. Die Direktorin des Potsdam Museums, Dr. Jutta Götzmann, bedankte sich für die großzügige Schenkung. Unter den Objekten befindet sich ein kleines Ölbild mit dem Titel „Mondlandschaft“ (um 1888), welches das erste Landschaftsbild der Malerin darstellen soll. Außerdem wurde ein großformatiges Landschaftsgemälde sowie ein selten erhaltenes Stickbild, wofür die Künstlerin zu Lebzeiten bekannt war, übergeben.

Hannah Schreiber de Grahl gehörte zu den wegbereitenden weiblichen Malerinnen Anfang des 20. Jahrhunderts, die trotz des Ausschlusses von Frauen an den Kunstakademien bis zum Jahr 1919 versuchte, ihren eigenen künstlerischen Weg zu gehen. Selbstbewusst und um das Neuartige des deutschen Impressionismus wissend, umgab sie sich mit den wichtigen Künstlern der Zeit und ist als eine Künstlerin der Moderne zu verstehen, die sich durch die Begegnung mit dem Maler Karl Hagemeister der Landschaftsmalerei annahm. Daneben stand sie in einem fachlichen und freundschaftlichen Kontakt zu Lovis Corinth, Lesser Ury und Hans Klohss.

Lange Jahre in der Potsdamer Luisenstraße, später in ihrer Villa in Geltow ansässig, widmete sie sich gemeinsam mit Hagemeister dem intensiven Freilichtstudium. Das langjährige Lehrer-Schüler-Verhältnis zwischen Hannah Schreiber de Grahl und Karl Hagemeister wird durch eine ähnliche Wahl ihrer malerischen Motive und ihre Intensität im Schaffensprozess als Freilichtmaler um 1900 veranschaulicht. Im Juni 2018 konzipierte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Potsdam Museums Dr. Hendrikje Warmt in Neu Langerwisch/ Michendorf die temporäre Ausstellung ‚So nah dem Unberührten am Schwielowsee. Hannah Schreiber de Grahl und Karl Hagemeister‘.

Diese Schau zeigte Werke der Künstlerin Hannah Schreiber de Grahl aus dem Familiennachlass sowie Bilder Karl Hagemeisters. Aus diesem Anlass wurde nach den noch lebenden Familienmitgliedern der Künstlerin recherchiert. So erschienen zur Ausstellungseröffnung sowohl der Urenkel als auch der Großneffe der Künstlerin; es begann ein reger Austausch über das Lebenswerk der Malerin. Nach Ende der Ausstellung setzte sich das Potsdam Museum mit dem Großneffen Klaus Runze in Kontakt, um Archivmaterial über das Leben und Wirken der Potsdamer Malerin zu sichern und ebnete damit den Weg zur Schenkung und besonderen Sammlungserweiterung.