Pressemitteilung Nr. 123 vom 06.03.2017

Tourismus weiter im Aufwind

Raimund Jennert, Dr. Ortrud Westheider, Dr. Sigrid Sommer und Jann Jakobs bei der Vorstellung der Tourismuszahlen im Museum Barberini
Raimund Jennert, Dr. Ortrud Westheider, Dr. Sigrid Sommer und Jann Jakobs bei der Vorstellung der Tourismuszahlen im Museum Barberini
Raimund Jennert, Dr. Ortrud Westheider, Dr. Sigrid Sommer und Jann Jakobs bei der Vorstellung der Tourismuszahlen im Museum Barberini. Foto Landeshauptstadt Potsdam/ Stefan Schulz

Die Landeshauptstadt Potsdam hat im Jahr 2016 und damit zum fünften Mal in Folge die Zahl von einer Millionen Übernachtungen überschritten. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nämlich von 1.105.264 (2015) auf 1.139.389 (2016). Von Januar bis Dezember wurden 480.090 Gästeankünfte verzeichnet, was einem Zuwachs von einem Prozent entspricht. Die Gäste blieben durchschnittlich 2,4 Tage in der Stadt, 2015 waren es noch 2,3 Tage. Für eine Städtereisedestination ist dies ein vergleichsweise hoher Wert. Die 5.706 Betten in Potsdam waren im Jahresdurchschnitt zu 54,8 Prozent ausgelastet.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs hob hervor: „Die Zahlen verdeutlichen die Attraktivität der Landeshauptstadt Potsdam als Reiseziel. Sie unterstreichen zugleich den Stellenwert des Tourismus als Wirtschaftsfaktor für Potsdam.  Aus unserer Perspektive sind die Zahlen von 2016 auch deshalb sehr erfreulich, weil die Erfolgskurve nach oben ging, obwohl wir organisatorisch einen Wechsel verarbeiten mussten. Wir haben sprichwörtlich ‚im fliegenden Galopp die Pferde gewechselt‘.“

Um den erfolgreichen Entwicklungsprozess im Tourismus zu verstetigen, wurden 2015 und 2016 zwei Dinge veranlasst: Die Potsdam Marketing und Service GmbH (PMSG), ein Tochterunternehmen der ProPotsdam, hat nach einer Übergangsphase zum 1. Januar 2016 die touristische Vermarktung der Landeshauptstadt Potsdam übernommen. Am 1. Januar 2016 wurde die Touristinformation auf dem Luisenplatz eröffnet, am 29. April kam die Information Am Alten Markt hinzu. Damit verfügt Potsdam nun über drei Tourist-informationen an zentralen Standorten. Alle drei Touristinformationen wurden im Jahr 2016 vom Deutschen Tourismusverband e.V. (DTV) geprüft und mit der i-Marke ausgezeichnet. 2016 fanden insgesamt 250.000 Gäste den Weg in eine der Touristinformationen.

 
Ein zentrales Thema des Jahres 2016 war die Erarbeitung der Tourismuskonzeption 2025, die die langfristige Strategie für die Fortführung der positiven Entwicklung des Tourismus als bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Landeshauptstadt Potsdam darstellt. Das Konzept, das am 1. März von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden ist, wurde in einem breiten, partnerschaftlichen Beteiligungsprozess unter Einbeziehung der touristischen Leistungsträger erstellt. Mit der in diesem Prozess entwickelten Vision werden sich die Stadt sowie die Leistungsträger und Partner auf die chancenreichen Profilthemen Kultur, Wasser, Film und MICE-Standort, d. h. für Meetings, Incentives, Conventions und Events, konzentrieren.

Diese Profilthemen betonen die Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale der Stadt und basieren auf der Marke Potsdam. Das touristische Profil Potsdams soll weiter geschärft werden. Um die Kontinuität und zielgerichtete Weiterentwicklung des touristischen Marketings und Services zu sichern, soll die PMSG Potsdam Marketing und Service GmbH auch über das Jahr 2017 hinaus mit der Wahrnehmung dieser Aufgaben betraut werden. Ein entsprechender Beschlussvorschlag wird derzeit erarbeitet und soll noch im 1. Halbjahr in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht werden.

Der Geschäftsführer der Potsdam Marketing und Service GmbH, Raimund Jennert, kündigte im Rahmen des heutigen Pressegespräches an, den Fokus weiterhin auf die touristische Markenentwicklung zu legen. „Unser Ziel, die Schärfung der touristischen Marke, haben wir mit Gründung der PMSG 2016 definiert und werden es 2017 in Anlehnung an die Tourismuskonzeption 2025 sowie an das touristische Landesmarketing fortschreiben. Die strategische Marketingplanung für die kommenden Jahre wird bis Sommer 2017 feststehen.“

In Bearbeitung ist die Entwicklung der digitalen Vermarktungsstrategie, die das Social Media Management sowie den Relaunch der englischen Webseite einschließt. Ein Baustein in diesem Prozess ist die Entwicklung und Vermarktung von Leitprodukten. Hierzu plant die PMSG in diesem Jahr die Durchführung von Workshops mit den touristischen Partnern, um gemeinsam die Leuchtturmangebote mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten zu entwickeln. Themen sind dabei u. a. Kultur, Film sowie die Saisonbelebung im Winter. „Die Auszeichnung Potsdams als `Best Christmas City´ ist Motivation für uns, gerade in der Weihnachtszeit die Bettenauslastung zu erhöhen.“

Einen enormen Schub erwarten Stadt und PMSG sowie vor allem die Leistungsträger in der Potsdamer Mitte vom Museum Barberini. Oberbürgermeister Jakobs beglückwünschte heute die Direktorin des Hauses Dr. Ortrud Westheider und deren Team zur Bilanz der ersten Wochen. „Wenn die Dynamik in dieser Weise anhält – woran niemand zweifelt – dann ist das Museum Barberini der Besuchermagnet der Landeshauptstadt. Von dieser Anziehungskraft können alle touristischen Leistungsträger in unserer Stadt profitieren. Das Tourismuskonzept beschreibt einen ungenügenden Bekanntheitsgrad Potsdams im Ausland. Ich denke, dank des Barberini sind wir kräftig dabei, dieses Manko auszugleichen.“ Raimund Jennert und Dr. Ortrud Westheider stellten heute ihr Kooperationsmodell vor. Seit März 2017 ist die PMSG mit dem Besucherservice des Museums Barberini betraut. Zu dieser Dienstleistung zählen die Betreuung der Telefonhotline, die Beantwortung sämtlicher Gäste-Anfragen sowie das Ticketing für Gruppen. Raimund Jennert und Dr. Ortrud Westheider hoben hervor, wie sehr beide Einrichtungen von der Kooperation profitieren. Dazu Raimund Jennert: „Über die Sogwirkung des Museums Barberini haben wir die Chance, Potsdam-Gesamtpakete zu vermitteln. Das Spektrum an Angeboten, das wir im Portfolio haben, passt hervorragend dazu.“

Raimund Jennert verwies in diesem Zusammenhang auf Events wie die Ausstellung „Pückler. Babelsberg. Der grüne Fürst und die Kaiserin“, die vom  29. April bis 15. Oktober 2017 mit der kunstvollen Verknüpfung von Architektur, Garten und Parklandschaft erstmals unverstellte Blicke auf die wiederhergestellte Pücklersche Parkanlage eröffnet. Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci vom 9. bis 25. Juni 2017 thematisieren die vielfältigen Verbindungen zwischen Erde, Feuer, Wasser, Luft und Musik. Das Literaturfestival LIT:Potsdam vom 6. bis 9. Juli 2017 bringt bekannte Autoren an gewohnte und ungewohnte Vorleseorte. Die Potsdamer Schlössernacht verspricht zusammen mit dem Vorabendkonzert am 18. und 19. August 2017 „Das Staunen kehrt zurück“. Kulturelles Highlight am Jahresende ist die Winteroper mit der szenischen Aufführung des „Elias“ von Mendelssohn Bartholdy in der Friedenskirche Sanssouci.

Dr. Ortrud Westheider gab einen Ausblick auf die kommenden Ausstellungen im Museum Barberini: Vom 3. Juni bis 3. Oktober lässt das Museum Barberini mit „Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne“ über den großen Teich blicken. Präsentiert werden Werke, die bisher in Europa nur selten gezeigt wurden. Der DDR-Kunst widmet sich, neben der Dauerausstellung, die fünfte Sonderausstellung in diesem Jahr, die vom 28. Oktober 2017 bis 11. Februar 2018 läuft und den Titel „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“ trägt.

Eine Besonderheit des Jahres 2017 ist die Jahreskampagne „Stadt trifft Kirche“. Obwohl Potsdam keine authentischen Lutherstätten hat, bietet die Landeshauptstadt zahlreiche Angebote im Kontext des Reformationsjubiläums. Oberbürgermeister Jann Jakobs hob hervor: „Auf der Achse zwischen den Kirchentagsorten Berlin und der Lutherstadt Wittenberg sowie als Gastgeber in Schulen und Privatquartieren können wir mit interessanten kulturellen, wissenschaftlichen und filmischen Offerten sowie unserer modernen touristischen Infrastruktur punkten. Wir möchten die Gäste zum Längerbleiben bzw. Wiederkommen ermutigen.“ Touristische Highlights von „Stadt trifft Kirche“ sind u. a. die Osterfesttage vom 14. bis 22. April 2017 mit vielfältigen Angeboten in der Potsdamer Mitte, der Kirchentag vom 24. bis 28. Mai 2017, der UNESCO-Tag in der rekonstruierten Kirche von Bornstedt am 10. Juni sowie die Aufführung der Luthermesse im Rahmen des Potsdamer Dreiklangs am 9. September.

Die Ausstellung „Reformation und Freiheit. Luther und die Folgen für Preußen und Brandenburg“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte vom 8. September 2017 bis 21. Januar 2018 wird durch ein interessantes Begleitprogramm ergänzt. Eigens für das Reformationsjubiläum wurde von der PMSG in Kooperation mit den Kirchen das Angebot eines „Sonntagsspaziergangs“ als geführter Rundgang zur Stadt- und Kirchengeschichte mit Besuch von Potsdamer Kirchen entwickelt.

Alle Informationen über die Veranstaltungen in Potsdam sowie das Tourismuskonzept sind zu finden unter www.potsdam.de.