Aktion Stolpersteine
STOLPERSTEINE
STOLPERSTEINE sind Zeichen des Erinnerns. Wer jemals unerwartet auf die kleinen Messingplatten vor einer Hausfassade in Potsdam stößt, kann sich ihrer Wirkung nicht entziehen: Ein Blinken im Bürgersteig - man bleibt stehen, bückt sich, liest einen oder mehrere Namen, die Geburts- und Todesdaten einer Frau ,eines Mannes oder eines Kindes. Man hält inne, für einige Augenblicke spürt man ein Entsetzen, bis der Verstand es erfasst: Aus diesem Haus sind Bewohner während der Nazizeit verschleppt worden. Hier liest man keine anonymen Zahlen, hier wird an individuelle Schicksale erinnert. Die meisten wurden in Konzentrationslagern ermordet, nur wenige kamen zurück.
STOLPERSTEINE in Potsdam
2008 wurden erstmals STOLPERSTEINE in Potsdam verlegt, um an das Schicksal der jüdischen Opfer und an die historischen Ereignisse in der Stadt zu erinnern.
Margot Falkenburg, geb. Brauer
Margot Falkenburg, Tochter einer bürgerlichen Potsdamer Familie, konnte durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges aus Nazideutschland nicht mehr emigrieren. Sie wurde in verschiedene KZ deportiert und im Januar 1945 ermordet.
Theodor und Helene Dornbusch, geb. Rheingold
Der Ingenieur Theodor Dornbusch, der bei Orenstein und Koppel tätig war, lebte mit seiner Frau Helene in Babelsberg. Am 13. Januar 1942 ins Ghetto Riga deportiert, nahmen sie sich wenige Tage später dort das Leben.
Familie Kauf
Emil Kauf | Pauline Kauf, geb. Mosheim | Clara Kauf
Die Familie Kauf, Inhaber einer bekannten Konfektionsfirma in Berlin, lebte in der Villenkolonie Neubabelsberg. Sie wurde während der Nazizeit ihres Vermögens beraubt .
Albert und Betty Rosenbaum, geb. Bukofzer
Der Schauspieler Albert Rosenbaum und seine Frau Betty führten bis zu seinem Berufsverbot 1935 ein bewegtes Leben. Da es ihnen nicht gelang rechtzeitig auszuwandern, wurden sie ins Warschauer Ghetto deportiert, wo sie ums Leben kamen.
Auguste Zöllner, geb. Hirschberg
Auguste Zöllner, Tochter einer alteingesessenen und prominenten Potsdamer Familie, wurde am 16. Juni 1943 mit dem „91. Alterstransport" nach Theresienstadt deportiert.
Sie erlag im Alter von 91 Jahren diesen Strapazen.
Bertha Simonssohn, geb. Gersmann
Bertha Simonsohn, geboren am 1. Juli 1876 in Schneidemühl, war vermutlich eine der letzten in Potsdam lebenden Jüdinnen. Sie wurde am 19. April 1943 mit dem „86. Alterstransport" nach Theresienstadt deportiert. Nur zwei Monate später, am 17. Juni 1943, starb sie dort kurz vor ihrem 67. Geburtstag.
Moritz Max Hirschbruch
Moritz Max Hirschbruch war Inhaber einer Lebensmittelgroßhandlung mit Sitz in der Brauerstraße 6. Sein Leben endete im Konzentrationslager Theresienstadt.
Moritz Hirschbruch wurde am 20.3.1876 in Czersk in Westpreußen geboren.
Familie Gormanns
Paula Gormanns, geb. Hirschbruch | Siegfried Gormanns | Walter Gorrmanns
Die Familie Gormanns wohnte hinter dem Alten Rathaus, am heute nicht mehr existierenden Blücherplatz und zuletzt in der heutigen Ludwig-Richter-Str. 30. Zur Familie gehörten Siegfried Gormann, geb. am 1. Januar 1879, seine Frau Paula Gormann, geb. am 13. April 1888 sowie beiden Söhne Kurt, geb. am 19. September 1919, und Walter, geb. am 15. Mai 1925.
Samuel Guttmann
Samuel Guttmann, der Oberkantor der Potsdamer Synagoge, wurde am 28. Oktober 1942
im Alter von 63 Jahren gemeinsam mit weiteren 99 Personen im „Alterstransport I/72" aus Berlin in das Lager Theresienstadt deportiert.