Satzkorn - Das Obstparadies im Norden Potsdams

Kirschen, Pflaumen und Äpfel sind die Schätze des Ortes. Das Dorf und das Obstgut schöpfen aus 800 Jahren Tradition im Obstanbau. Eingebettet in Plantagen und Feldflure liegt im Norden der Stadt Satzkorn, seit dem 26. Oktober 2003 neuer Ortsteil von Potsdam.

Das Dorf Satzkorn gehört zu den am frühesten besiedelten Gegenden Brandenburgs - aufsehenerregende Funde von Bandkeramik verweisen auf das 6. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Weitere Funde stammen aus der Bronze-, der Eisen- und der römischen Kaiserzeit. Erwähnungen des Ortes gibt es aus dem Jahre 1332 in einer Urkunde des Klosters Spandau und 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV.

Rittergeschlechter beherrschten den Ort über viele Jahrhunderte. 1731 gelang es dem bürgerlichen Leibarzt Friedrich Wilhelms I. mit Hilfe seines Königs, ein Gut in Satzkorn zu erwerben und schrittweise um alle Rittersitze zu erweitern (siehe Sage vom dreibeinigen Hasen). 1739 ließ Friedrich Brandhorst das heute noch vorhandene Gutshaus errichten. Lange dominierte das Gut den Ort, bis 1928 seine politische und rechtliche Selbständigkeit endete. Nach 1945 wurde das Gut durch die Bodenreform enteignet. Es entstanden ein Volkseigenes Gut und mehrere Bauernhöfe. Es folgten eine Spezialisierung auf den Obstanbau und der Übergang großer Ländereien an die LPG Marquardt. Noch heute existiert die Obstgut Marquardt GbR, die Ihren Sitz in Satzkorn, ihr Aushängeschild - die Obstscheune Satzkorn - aber auf Marquardter Gebiet hat.

Ein Pferdehof widmet sich besonders den Friesen und Barockpferden. 26 Unterstellboxen stehen für Dressur- und Freizeitreiter bereit, es gibt genügend Platz zum Ausreiten. Klassisch-iberische Reitkunst und weitere Dressurlehrgänge werden angeboten.
Von großer Bedeutung für Satzkorn ist die Freiwillige Feuerwehr, die eine umfangreiche Jugendarbeit macht. Auch der örtliche Seniorenkreis trägt durch Veranstaltungen und Fahrten zum Zusammenhalt innerhalb der Ortsgemeinschaft bei.

Die Sage vom dreibeinigen Hasen
Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. wollte seinem Leibchirurgen Brandhorst den Kauf eines Gutes in Satzkorn ermöglichen. Einer der adeligen Vorbesitzer, Cuno von Hünicke, weigert sich jedoch, an einen Bürgerlichen zu verkaufen. Der König ließ daraufhin den Grafen von Einsiedel als Käufer auftreten, der den neu erworbenen Besitz dann an Brandhorst überschrieb. Der Herr von Hünicke ärgerte sich über den Streich des Königs so sehr, dass er darüber verstarb. In bestimmten Nächten soll er nun als dreibeiniger Hase im Dorf Satzkorn herumspuken. Lange Zeit gab es im Ort einen Gasthof "Zum dreibeinigen Hasen".

Adresse: 
Satzkorn
Satzkorner Dorfstraße
14476 Potsdam
Deutschland