Kinder stehen im Mittelpunkt: Rahmenprogramm zur 106. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. in Potsdam
In der Zeit vom 16. bis 19. September 2010 ist die Landeshauptstadt Potsdam Tagungsort für die 106. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) gemeinsam mit der 62. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie (DGSPJ) und Jugendmedizin, der 48. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) sowie der 32. Tagung der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen.
Kongresspräsident für den DGKJ ist Prof. Dr. Michael Radke, Leiter des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann. „Wir sind sehr stolz darauf, dass es uns gelungen ist, die für die Kindermedizin wichtigste Tagung in Brandenburgs Landeshauptstadt zu holen", erläutert Prof. Radke. „Wir erwarten mehr als 3000 Gäste aus Deutschland sowie dem deutschsprachigen Ausland zu diesem Kongress." Auch Oberbürgermeister Jann Jakobs freut sich über diese Tagung: „Der Kongress unterstreicht zwei Aspekte: einerseits die Qualität der Arbeit unserer Kinderklinik, zum anderen weist er Potsdam als hervorragenden Konferenzstandort aus."
Die Landeshauptstadt hat deshalb in Kooperation mit den Veranstaltern Zusatzangebote entwickelt, die sich an die Teilnehmer des Kongresses sowie an die interessierte Öffentlichkeit richten. „Im Potsdamer Themenjahr Familie war es uns sehr wichtig, zusammen mit Medizinern und Selbsthilfegruppen sowie den Kulturakteuren in der Schiffbauergasse Angebote zu schaffen, die sich an die ganze Familie richten", erläutert Sigrid Sommer vom Bereich Marketing/Kommunikation. Es geht dabei um die Schwerpunkte Information/Erfahrungsaustausch/Weiterbildung im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen bei Kindern sowie um Unterhaltung. Auf dem Gelände der Schiffbauergasse werden sich am Sonnabend, dem 18. September 2010, ca. 30 Selbsthilfegruppen präsentieren. Mit dabei sind u. a. die Familiengruppe „Leben mit dem Down-Syndrom", die Selbsthilfegruppe für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche, der ADHS Deutschland e. V. und die Deutsche Rheuma-Liga. Auch die Björn-Schulz-Stiftung, die im vergangenen Jahr in Potsdam den Bambi für ihr Engagement für kranke Kinder erhielt, stellt sich den Besuchern der Schiffbauergasse vor. „Etwa 10 Prozent unserer Kinder haben chronische Erkrankungen. Wir müssen in allen Lebensbereichen damit umgehen - in Schulen, Kindertagesstätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, im familiären Umfeld. Deshalb ist einer unserer Ansatzpunkte Information und Erfahrungsaustausch", erklärt Prof. Michael Radke. Neben den Ständen der Selbsthilfegruppen werden in der Zeit von 10 bis 15:30 Uhr Vorträge und Gesprächsrunden zum übergreifenden Thema „Chronische Erkrankungen bei Kindern und ihr Lebensalltag" angeboten. Dieses Angebot richtet sich vor allem an PädagogInnen und ErzieherInnen, aber auch an betroffene Familien. Erfahrene Wissenschaftler, Mediziner und Praktiker stehen als Gesprächspartner zur Verfügung. Die Teilnahme an der Veranstaltung gilt als anerkannte Fortbildung für Pädagogen im Land Brandenburg. Anmeldungen nimmt das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg entgegen (www.sfbb.berlin-brandenburg.de).
Die Kulturakteure in der Schiffbauergasse präsentieren parallel zu diesem Programm 24 Stunden lang eine „Stadt für eine Nacht". Vom 18. September 14 Uhr bis zum 19. September 14 Uhr stellen sich die Häuser mit ihren Programmen vor. Außerdem gibt es von 14 bis 20 Uhr unter dem Titel „Piraten ahoi" ein Piratenfest für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Der Kunstraum Potsdam präsentiert im Rahmen des Kongresses eine Ausstellung, die sich in unterschiedlichsten künstlerischen Positionen mit dem Thema „Kindheit" auseinandersetzt. Das Ausstellungsprojekt, an dem sich mehr als zwanzig national und international renommierte Künstler beteiligen, setzt eine Auswahl von nuancierten Arbeiten in Dialog miteinander, die um das Verhältnis zwischen dem kindlichen und erwachsenen Ich kreisen. Ergänzt durch historische Filmarbeiten versammeln sich Werke aus allen Bereichen der zeitgenössischen Kunst, die dazu einladen, über „Kind sein" sowie über das Wesen von Wahrnehmung und Erinnerung nachzudenken. Diese Ausstellung wird am 18. September, 19 Uhr eröffnet.
„Aktive Teilnahme am kulturellen Leben ist sowohl für die Kinder als auch für ihre Familien überaus wichtig, denn zu oft noch bedeutet Krankheit auch Isolation. Deshalb begrüßen wir sehr, dass unsere fachlichen Angebote in der Schiffbauergasse einen ganz besonderen kulturellen Rahmen haben und für alle frei zugänglich sind", freut sich Prof. Radke.
