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STOLPERSTEINE in Potsdam

DAS PROJEKT


Mit der Aktion STOLPERSTEINE - ein Kunstprojekt für Europa - macht der Kölner Künstler Gunter Demnig auf die Schicksale von Opfern des Nationalsozialismus, von Rassenwahn, Intoleranz und Euthanasie aufmerksam. Die Gedenktafeln aus Messing, die vor dem letzten selbstgewählten Wohnort in den Fußweg eingelassen werden, erinnern an diese Opfer des NS-Terrors.
Die Landeshauptstadt Potsdam beteiligt sich an dieser Aktion, um die persönliche Lebensgeschichte der ansonsten oft namenlosen Opfer und die historischen Ereignisse in der Stadt visuell erfahrbar zu machen.

 
STOLPERSTEIN Verlegung 2009, Foto: Potsdam Museum
 
STOLPERSTEIN Verlegung 2009, Erika Siekemeier mit Schülern im Gespräch, Foto:potsdam Museum
 
STOLPERSTEIN Verlegung 2010, Schüler der Waldorfschule Potsdam, Foto: Potsdam Museum

RECHERCHE


An den Projekt STOLPERSTEINE in Potsdam beteiligen sich Schülerinnen und Schüler Potsdamer Schulen, die unter Anleitung ihrer Lehrerinnen engagiert zu den Schicksalen jüdischer Familien recherchieren und sich intensiv mit diesem Kapitel der dunklen deutschen Geschichte auseinandersetzen. Nach der Beschäftigung mit diesem traurigen Thema berichteten uns die jungen Menschen über ihre Erfahrungen:
„Durch unsere Suche im Brandenburgischen Landeshauptarchiv nach Lebensspuren von Potsdam Juden, insbesondere durch den Austausch mit Angehörigen der Opfer, haben wir einen persönlichen Bezug zu diesen schrecklichen Geschehen aufgebaut. Wir haben ein Gefühl der Teilhabe entwickelt und vom trockenen Unterrichtsstoff vollzog sich ein Wandel hin zu einem lebendigen und hochbrisanten Thema, das uns bewegt."

Das Projekt STOLPERSTEINE in Potsdam gibt entscheidende Impulse zur Entwicklung eines historischen Bewusstseins, insbesondere junger Menschen, welches weit über das im formalen Unterricht erworbene Faktenwissen hinausgeht. Gerade in der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern zeigt sich, dass der biographische Ansatz dieser Projektarbeit dazu beiträgt, Jugendlichen einen persönlichen Zugang zur Geschichte zu ermöglichen.

Wo immer noch möglich war, wurde versucht, mit Angehörigen Kontakt aufzunehmen. Oftmals ist ihnen die Verlegung der STOLPERSTEINE ein persönliches Bedürfnis.

Frau Siekemeier, eine Großnichte von Elisabeth Salinger, äußerte sich bewegt über den Tag der STOLPERSTEIN Verlegung 2009: „Ich bin beeindruckt wie die Stadt Potsdam die gesamte Aktion der STOLPERESTEINE ganz zielstrebig die Schülergeneration einbindet und auf diese Weise Kenntnis über das verbrecherische Nazi-System vermittelt und wach hält. Das finde ich beispielhaft."
Der Psychologie Professor David Rosenbaum (Philadelphia, USA), Enkel von Betty und Albert Rosenbaum, nannte die STOLPERSTEIN-Verlegung 2010 für seine Großeltern "eine tiefempfundene Erfahrung". Er dankte den Schülerinnen und Schülern für die "tolle Atmosphäre der Zusammenarbeit".

 

 

 

 

 

NAMEN | ORTE | BIOGRAFIEN



STOLPERSTEIN Samuel Guttmann, Foto: Potsdam Museum
STOLPERSTEIN Anna Zielenziger, Foto: Potsdam Museum
STOLPERSTEIN Elisabeth Salinger, Foto: Potsdam Museum

Franz Bernhard in der Berliner Straße 53

Helene Dornbusch, geb. Rheingold in Alt Nowawes 116

Theodor Dornbusch in Alt Nowawes 116

Margot Falkenburg, geb. Brauer in Alt Nowawes 36

Paula Gormanns in der Ludwig-Richter-Straße 30

Siegfried Gormanns in der Ludwig-Richter-Straße 30

Walther David Gormanns in der Ludwig-Richter-Straße 30

Samuel Guttmann Am Platz der Einheit 2

Moritz Max Hirschbruch in der Kiezstraße 10a

Wilhelm Kann in der Friedrich-Ebertstraße 113

Clara Kauf in der Karl-Marx-Straße 8

Emil Kauf in der Karl-Marx-Straße 8

Pauline Kauf, geb. Mosheim in der Karl-Marx-Straße 8

Selma Neumann in der Friedrich-Ebert-Straße 13

Albert Rosenbaum im Körnerweg 4

Betty Rosenbaum im Körnerweg 4

Paul Salinger in der Jägerallee 25

Elisabeth Salinger in der Jägerallee 25

Kurt Samter in Alt Nowawes 36

Bertha Simonssohn in der Brandenburgerstraße 19

Anna Zielenziger, geb. Landsberger in der Gutenbergstraße 61

Auguste Zöllner, geb. Hirschberg in der Jägerallee 8

 

PATE WERDEN


Weitere STOLPERSTEINE sollen in den kommenden Jahren folgen und die Erinnerung an NS-Verfolgte wieder ins Gedächtnis rufen und wach halten. Für die Weiterführung und Realisierung des Projektes bedarf es vieler Helfer und breiter Unterstützung. Sie unterstützen die Arbeit der Initiative STOLPERSTEINE durch aktive Mitarbeit, durch Besuch der Veranstaltungen und durch Spenden. Begleitet wird das Vorhaben von der Arbeitsgruppe STOLPERSTEINE in Potsdam, bestehend aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Schulen, Vereinen, Institionen, der Stadtverwaltung und dem Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte.

Privatpersonen oder Vereine, Stiftung, Parteien etc. können das für die Herstellung und Verlegung nötige Geld (95 € pro Stein) spenden. Wenn Sie das Projekt auf diese Weise unterstützen möchten, überweisen Sie bitte Ihre Spende auf nachstehendes Konto

Empfänger : STOLPERSTEINE in Potsdam
Konto-Nummer: 44 19115 00
BLZ: 100 400 00
Commerzbank AG

 

STOLPERSTEIN Verlegung 2009, Foto: Potsdam Museum
 
STOLPERSTEINVERLEGUNG 2010, Foto: Potsdam Museum

DOKUMENTATION


Der Verlegung der ersten STOLPERSTEINE im Juli 2008 sind viele Monate intensiver Geschichtsforschung von Potsdamer Schülern vorausgegangen - von ihren Ergebnissen und Erlebnissen  wurde im Rahmen einer Festveranstaltung am Abend des 3. Juli 2008 berichtet. Im Anschluß wurde der Film "Stielke, Heinz, fünfzehn aus dem Jahr 1987 vom Regisseur Michael Kann, einem Enkel von Wilhem Kann gezeigt. 

Im Anschluß der STOLPERSTEIN Verlegung im März 2009 eröffnete eine kleine Schülerausstellung zum Thema "STOLPERSTEINE in Potsdam" im Rahmen der Wanderausstellung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs „Aktenkundig: ‚Jude!' Nationalsozialistische Judenverfolgung in Brandenburg - Vertreibung - Ermordung - Erinnerung" im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte. Die Schülerinnen und Schüler der Voltaireschule und des Helmholtz-Gymnasiums stellen während einer festlichen Veranstaltung sehr eindruckvoll ihre Ergebnisse der Recherchen vor.
2010 fand die STOLPERSTEIN Verlegung erstmals in Potsdam-Babelsberg statt. Neun Steine wurden in Anwesenheit der Enkel der Familie, David Rosenbaum und  Betty Shlomi, geb. Rosenbaum verlegt und am Abend präsentierten die Schülerinnen und Schüler im Thalia Arthouse Kino Babelsberg eindrucksvoll ihre Ergenbisse.



Zu den jeweiligen Verlegungen sind Flyer mit Kurzbiografien zu den einzelnen Personen mit einer Potsdamkarte erschienen, in der die Orte gekennzeichnet sind, an denen STOLPERSTEINE verlegt wurden. Diese liegen kostenlos im Bürgerservice der Stadtverwaltung, in der Tourist - Information, im Ptsdam Museum und in der Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 aus.

Downloads:
STOLPERSTEIN Flyer 2008
STOLPERSTEIN Flyer 2009
STOLPERSTEIN Flyer 2010

 



 

 

PFLEGE


22 Stolpersteine liegen derzeit auf Potsdamer Bürgersteigen und jährlich kommen Gedenksteine hinzu. Die Oberfläche der Steine ist mit einer Messingplatte versehen, die mit der Zeit durch Umwelteinflüsse und Verschmutzung dunkler wird. Viele Steine sind über die Jahre bereits dunkel geworden, so dass die Inschriften kaum noch lesbar sind. Besonders freuen wir uns, wenn Paten und Unterstützer des Projektes aus eigener Initiative Stolpersteine in Ihrer Gegend putzen möchten.



Für die Reinigung sind alle gebräuchlichen Putzmittel für Metalle geeignet.
Bei der Benutzung von Metall-Putzmitteln sollte man jedoch darauf achten, dass das Mittel gering dosiert zunächst auf einen Stofflappen und nicht direkt auf die Messingplatte geben wird. Nachdem man die Messingplatte mit der Reinigungsmilch eingerieben hat, läßt man das Mittel für ca. eine Minute antrocknen. Danach kann die Messingplatte mit einem trockenen Tuch blank reiben werden. Sollte das Reinigungsergebnis danach noch nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, wiederholen Sie den Vorgang. Bei stark verunreinigten Stolpersteinen kann zusätzlich vorab auch Wasser und danach das Reinigungsmittel und die harte Seite eines handelsüblichen Küchenschwamms verwenden werden, aber bitte keine Drahtbürsten oder Topfreiniger aus Draht benutzen!

 

 

 

KONTAKT


Koordiniert wird das Projekt vom Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte der Landeshaupstadt. 
Wer sich über die laufende Arbeit und Spendenmöglichkeiten informieren möchte, wende sich bitte an:

Frau Bianka Peetz-Mühlstein
Telefon: +49 331 289-1944
bianka.peetz@rathaus.potsdam.de
        
Frau Angela Naumann
Telefon: +49 331 289-1947
angela.naumann@rathaus.potsdam.de

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