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Die Garnisonkirche

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Das Modell der Garnisonkirche ist in der Garnisonkirchen- Ausstellung im Museum in der Breiten Straße zu sehen. (© Christel Köster)
 
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Der Kapellenbogen der neuen Garnisonkirche parallel zur Breiten Straße. (© Christel Köster)

Die Garnisonkirche Potsdam, für deren Wiederaufbau sich die Evangelische Kirche und eine Fördergesellschaft mit vielen Prominenten aus Politik, Wirtschaft und Kultur einsetzen, war nicht nur ein imposanter Bau und ein Wahrzeichen Potsdams, sondern hat auch eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Die Kirche hatte berühmte Besucher: Johann Sebastian Bach (1747), Zar Alexander von Russland (1805) und Napoleon (1806), aber auch Adolf Hitler (1933). Und Friedrich Wilhelm I. und sein Sohn Friedrich der Große waren hier bis 1943 bestattet.

Die Garnisonkirche wurde vom so genannten Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. in Auftrag gegeben - "zur Ehre Gottes", wie die Inschrift über dem Hauptportal verkündete. 1732 wurde die Kirche eingeweiht, drei Jahre später war auch der Turm fertig. Hier fand das Glockenspiel Platz, das bereits in der Vorgänger-Kirche, einem schlichten Fachwerkbau, hing. Seit 1991 sind die Klänge des Glockenspiels wieder in Potsdam zu hören. Die inzwischen aufgelöste Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel mit Sitz in Bonn ließ es bereits 1987 nachbauen und schenkte es 1991 der Stadt Potsdam.

Das bis heute nachwirkende Ereignis in der Garnisonkirche war der Festakt zur Eröffnung des Reichstages am 21. März 1933, der als "Tag von Potsdam" in die Geschichte einging. Ganz bewusst wurde nach dem Reichstagsbrand Potsdam als Traditionsort preußischer Geschichte für die feierliche Konstituierung ausgewählt. Hier reichten sich Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg die Hand. Die propagandistische Inszenierung erhöhte das Prestige des NS-Regimes im In- und Ausland.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Garnisonkirche stark in Mitleidenschaft gezogen. Kirche und Turm brannten aus, das Glockenspiel wurde dabei vernichtet. Nach anfänglichen Wiederaufbaumaßnahmen (1950 Einweihung der Heilig-Kreuz-Kapelle im Turm; 1966 Einbau von Stahlbetondecken zur Turmsicherung) wurden die Überreste der Kirche im Jahre 1968 gesprengt.

Am 15. Januar 2004 kam aber ein "Ruf aus Potsdam": Über 100 Persönlichkeiten fordern darin den vollständigen Wiederaufbau der Garnisonkirche. Unter Federführung der Evangelischen Kirche soll ein Versöhnungszentrum mit religiöser Nutzung entstehen. Sichtbares Zeichen für die Wiederaufbau-Idee ist der Ausstellungspavillon am einstigen Kirchenstandort in der Breiten Straße. Seit November 2006 ziert ein zwei Meter hohes Nagelkreuz den auf dem Turmfundament an historisch exakter Stelle bereits errichteten Gewölbebogen. Der Pavillon wird von der Evangelischen Kirche bereits als Versöhnungskapelle genutzt.

 

Weiterführende Informationen:
> Infos der Evangelischen Kirche in Potsdam

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