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Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert

Geschichte des Hauses



Außenansicht der Gedenkstätte Lindenstraße 54/55_ Foto: Elke Hübener-Lipkau
Innenhof Gedenkstätte Lindenstraße 54/55_Foto:H.Vonderlind
Innenansicht Gedenkstätte Lindenstraße 54/55_Foto:Elke Hübener-Lipkau

1734 bis 1737 als Wohnhaus errichtet, erlebte das barocke Stadtpalais in den ersten 200 Jahren eine wechselvolle Geschichte - vom preußischen Kommandantenhaus zum französischen Pferdelazarett, vom Sitz des ersten Potsdamer Stadtparlaments bis hin zum Gerichtsgebäude und Gefängnis.

Während der nationalsozialistischen Diktatur von 1933 bis 1945 waren hier Verfolgte des Nazi-Regimes inhaftiert, darunter mehr als 800 Zwangarbeiter aus 23 Nationen und zahlreiche Mitglieder von Widerstandsgruppen, die in Potsdam vom Volksgerichtshof verurteilt wurden, nicht wenige zum Tod. Von 1934 bis 1944 wurde das Gerichtsgebäude vom Potsdamer Erbgesundheitsgericht genutzt, das auf der Grundlage des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" mehr als 4.200 Frauen und Männer zur Zwangssterilisation verurteilte.

Im Sommer 1945 beschlagnahmte der sowjetische Geheimdienst den Gerichts- und Gefängniskomplex und nutzte ihn während der folgenden sieben Jahre als geheimdienstliches Untersuchungsgefängnis für das Land Brandenburg. Mehrere Tausend Frauen und Männer wurden unter unmenschlichen Bedingungen monatelang inhaftiert und verhört und von sowjetischen Militärtribunalen zu langjährigen Haftstrafen oder zum Tod verurteilt.

1952 wurde das Gefängnis an das Ministerium für Staatssicherheit der DDR übergeben, das hier seine Potsdamer Untersuchungshaftanstalt einrichtete. In dem vom Volksmund "Lindenhotel" genannten Gefängnis waren bis 1989 annähernd 7.000 Frauen und Männer den menschenrechtswidrigen Haftbedingungen und Verhörmethoden der Stasi schutzlos ausgesetzt. Erst die friedliche Revolution erzwang im Oktober 1989 das Ende von Inhaftierungen aus politischen Gründen.

Als die Massendemonstrationen im Herbst 1989 die Machtstrukturen in der DDR erschütterten, gab die Stasi das "Lindenhotel" auf. Anfang 1990 übernahmen die demokratischen Parteien und Bewegungen aus der Stadt und dem Bezirk Potsdam das einstige Gerichtsgebäude als ihr erstes Arbeitsdomizil - aus einem "Haus des Terrors" wurde ein "Haus der Demokratie". 

Bereit Anfang der 1990er Jahre engagierten sich Mitarbeiter des Potsdam Museums für den Erhalt des Gedenkortes, der 1995 auf Initiative der Fördergemeinschaft "Lindenstraße 54" per Stadtverordnetenbeschluss zur Gedenkstätte erklärt wurde. Seit dem Jahr 2003 steht die Aufarbeitung der Geschichte des Hauses im Mittelpunkt gemeinsamer Projekte des Potsdam Museums und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam. So konnten u.a. die Ausstellungsmodule zur Geschichte des sowjetischen Geheimdienstgefängnisses (1945 - 1952), zum Stasi-Untersuchungsgefängnis (1952 bis 1989) und zum "Haus der Demokratie (1990) neu erarbeitet werden.

Die Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 ist ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens an die Opfer politischer Gewalt in beiden deutschen Diktaturen - und zugleich der Potsdamer Ort der Überwindung der Diktatur.

 
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Öffnungszeiten:
März - Oktober          Di - So  10 - 18 Uhr
November - Februar  Di - So  10 - 17 Uhr
Telefon: 0331 - 289 6136

Eintritt:
1,50 €, mit Führung 3 €
Schüler 1 €, mit Führung 2 €

Kontakt und Anmeldung von Führungen
Gedenkstätte Lindenstraße, Lindenstraße 54, 14467 Potsdam
Telefon: 0331 - 289 6112
Fax: 0331 - 289 6137
Oberbuergermeister@rathaus.potsdam.de

 

Ausstellung



Beitragsbild
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In vier Ausstellungsmodulen können sich die Besucher über die Geschichte dieses Ortes als sowjetisches Geheimdienstgefängnis, als Stasi-Untersuchungsgefängnis und als "Haus der Demokratie" informieren.

Das sowjetische Geheimdienst-und Untersuchungsgefängnis (1945 - 1952)

Das Potsdamer Stasi-Untersuchungsgefängnis (1952 - 1989)

DEMOKRATIE - JETZT ODER NIE! Die Potsdamer Lindenstraße 54/55: Vom "Haus des Terrors" zum "Haus der Demokratie". Die friedliche Revolution. Potsdam 1989/90.

Flucht in den Westen

 

Bildungsangebote für Schülerinnen und Schülern


Schülerprojektwerkstatt "Lindenstraße 54" - in der Gedenkstätte Lindenstraße 54/55

Die Schüler-Projektwerkstatt führt vor Ort Projekttage für Schulklassen und Lehrer-Fortbildungen durch. Die Werkstatt bietet den Schülern die Möglichkeit ein Stück deutsche Geschichte an authentischen Orten zu erleben. Ihnen soll neben dem Faktenwissen dabei ein Eindruck von der Atmosphäre der ehemaligen Untersuchungshaftanstalten des sowjetischen Geheimdienstes und der Staatssicherheit der ehemaligen DDR in Potsdam vermittelt werden. Gespräche mit Zeitzeugen werden angeboten, die ihre Erlebnisse sehr eindrucksvoll vermitteln. 

Mehr Informationen zu den Angeboten der Projektwerkstatt erhalten Sie unter
www.pw-gedenkstaette-potsdam.de.vu.


"Ein Tag in Potsdam - Geschichte erleben"
Ein Bildungsangebot für Schulklassen der Stufen 8 bis 13

Das Projekt ist ein gemeinsames Bildungsangebot für Schülerinnen und Schüler der 8. bis 13. Klassenstufen, vom Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG), der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) und der Projektwerkstatt"Lindenstraße 54" im Potsdam Museum - Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert.

 

 

Lesen Sie auch:
> "Ein Tag in Potsdam – Geschichte erleben"
Weiterführende Informationen:
> Stadtplan
> Anfahrt mit ÖPNV

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