Zwischen Brandenburger und Nauener Tor
Druckerei Edmund Stein
Hegelallee 53
Die heute älteste Druckerei Potsdams wurde 1887 gegründet. Die Adresse lautete damals „Jäger-Kommunikation 9“. Sie druckte für den Verlag August Stein, die Königliche Regierung zu Potsdam, das Königliche Oberpräsidium und das Finanzministerium. Nach dem Ersten Weltkrieg widmete sich der Betrieb dem Druck von Zeitschriften. Ein Glanzlicht war der Druck der Zeitschrift „Die Weltbühne“. Chefredakteur Carl von Ossietzky (1889-1938), Kurt Tucholsky (1890-1935) und Erich Kästner (1899-1974) kamen ins Haus. Im nahegelegenen Café Heider, damals noch Café Rabin (am Nauener Tor), schrieb Carl von Ossietzky zahlreiche seiner berühmten Leitartikel zur Verteidigung der Demokratie, redigierten er und Kurt Tucholsky gemeinsam die Seiten der Zeitschrift. Am 14. März 1933 wurde die letzte Ausgabe der „Weltbühne“ vernichtet, die Druckstöcke wurden eingeschmolzen. Ossietzky war bereits am 28. Februar verhaftet worden. Er erhielt 1935 den Friedensnobelpreis und starb 1938 an den Folgen der Folterungen in verschiedenen Konzentrationslagern.








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