Hauptmenu

Rathaus online

Seitenfunktionen


Seite weiterempfehlen

Seite drucken


   

Die Skulpturengruppen des Fortunaportals - Geschichte, Bedeutung, Rekonstruktion

Pressekonferenz des Vereins Potsdamer Stadtschloss e. V. am 23.3.2005

Über all diesem (übrigens auch über den „Preußenadlern“ der unteren Ebene) balancierte die Göttin Fortuna. Sie steht auf einer Kugel und für den politischen Balanceakt zwischen der Wandelbarkeit des Irdischen und der Sphäre des Göttlichen, der Ethik und der zeitlosen Werte. Und etwas platter gesagt: ohne mutige, zupackende und gleichzeitig wohlüberlegte Politik keine öffentliche Wohlfahrt, für die das Füllhorn der Fortuna ebenfalls steht.

Ohne die rahmenden Skulpturengruppen bleibt Fortuna eine „Dame ohne Unterleib“.
Nur mit ihrer Rekonstruktion ist das Portal inhaltlich und formal wiederhergestellt.

Architektur und Skulptur des Fortunaportals sind eine untrennbare Einheit gewesen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind Skulpturen des Fortunaportals von zwei damals berühmten Künstlern umgesetzt worden: Guillaume Hulot (* vor 1660 + nach 1722 Paris) und René Charpentier (*1680 Cuille/Mayenne, +1723 Paris).
Beide hatten ihre Ausbildung in der damals führenden Kunstszene unter dem französischen Sonnenkönig genossen.
Mit ihren Arbeiten in Berlin und Potsdam halfen sie mit, die lokale Bildhauerei auf ein internationales Niveau zu heben.
So wie das Fortunaportal den Beginn der klassischen Potsdamer Baukunst markiert, sind auch seine Skulpturen Ursprung für die Potsdamer Bildhauerschule gewesen.

1945 sind die stadtseitigen Skulpturengruppen schwer beschädigt, ihre hofseitigen Pendants ziemlich lädiert worden.
Bei der Sprengung des Fortunaportals 1960 wurde die Abnahme der in jedem Fall wiederherstellbaren Bildwerke ausdrücklich verboten.

Dennoch beruht die Wiederherstellung auf solidem wissenschaftlichem Fundament.

Historische Photographien vor und nach dem Bombenangriff auf Potsdam wurden computertechnisch analysiert, entzerrt, verglichen und vermessen.
Eine ganze Reihe von überraschenderweise aufgetauchten Originalfragmenten (die wieder ihren ursprünglichen Platz in der Neuschöpfung finden werden) barg zusätzlich wichtige Informationen.

Allen Beteiligten – den ausführenden Bildhauern, Herrn Bildhauermeister Andreas Klein und den Sächsischen Sandsteinwerken Pirna voran – ist bewusst, dass es bei der Nachschöpfung der Skulpturen des Fortunaportals um eine hoch anspruchsvolle Aufgabe handelt – schließlich hatten die Originale einen Wert, der in den meisten wissenschaftlichen Werken zur Bildhauerkunst des 18. Jahrhunderts gewürdigt worden ist.
Die vier unteren Adlergruppen hatten Abmessungen von ca. 3, 80 Meter auf 2, 40 und wogen fast 9 Tonnen. Sie waren damit die ersten freistehenden Monumentalplastiken in der neueren Geschichte Brandenburgs.

Ihre Rekonstruktion erfordert Zeit, Sorgfalt, ein hohes künstlerisches Niveau und weiterhin erhebliche finanzielle Mittel.



Maße der Adlergruppen:
2,40m Breite
3,50m Höhe
Sockel: 2,06 m x 0.80 m x 0.30 m
Ca. 8,8 Tonnen Gewicht pro Exemplar, Raumvolumen rd. 9 Kubikmeter

Maße der Trophäen:
2, 10 m x 1,20 m x 2, 51 m
Gewicht 5, 5 Tonnen, Raumvolumen ca. 6, 5 Kubikmeter


Dr. Hans-Joachim Kuke
(Verein Potsdamer Stadtschloss e.V.)

<<   1,   2  

Veranstaltung suchen

in Potsdam :

 

 
Bild: http://www.potsdam.de/cms/bilder/40095/80/0/0/abec0984/Button-2012-B.jpg
 
Bild: http://www.potsdam.de/cms/bilder/19153/80/0/0/97122a74/button_185x50.gif
 
Bild: http://www.potsdam.de/cms/bilder/33294/80/0/0/8593583a/welterbe_neu.jpg
 
Bild: http://www.potsdam.de/cms/bilder/31473/80/0/0/b54c412e/112007-1.gif
 
Bild: http://www.potsdam.de/cms/bilder/23008/80/0/0/b13c738f/AGhistorischeStadtkerne.gif
 
[Link öffnet ein neues Fenster]
 
[Link öffnet ein neues Fenster]
 
Bild: http://www.potsdam.de/cms/bilder/28471/80/0/0/74b8cee3/logo_fahrrad.gif
 
 
 
[Link öffnet ein neues Fenster]