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Die Skulpturengruppen des Fortunaportals - Geschichte, Bedeutung, Rekonstruktion

Pressekonferenz des Vereins Potsdamer Stadtschloss e. V. am 23.3.2005

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Fortunaportal in Potsdam, Foto: Stadtverwaltung Potsdam/Michael Lüder

Am Mittag des 12. Oktober 2002 wurde die goldene Figur der Glücksgöttin Fortuna auf die Kuppel des Fortunaportals aufgesetzt. Im Rahmen eines Volksfests nahm die Öffentlichkeit das wiedergewonnene Bauwerk in Besitz.
Über vierzig Jahre aus dem Stadtbild getilgt, ist das Fortunaportal schnell wieder zu einem Wahrzeichen Potsdams geworden.
Die malerische Vedoute der Kuppeln von Nikolaikirche, Altem Rathaus und dem Fortunaportal wirbt wieder für die brandenburgische Landeshauptstadt und
dient oft als Hintergrund für überregionale Berichterstattung aus dem Land und zuletzt sogar für die Neujahrsansprache des Ministerpräsidenten.

Offenbar ist die Qualität des vor über dreihundert Jahren errichteten Bauwerks so überzeugend, dass das Fortunaportal schnell wieder Bekanntheit und Wiedererkennungswert in der heutigen Öffentlichkeit erlangte.

Genau genommen ist das heutige Fortunaportal jedoch ein Torso.
Denn aufgrund der hohen handwerklichen und künstlerischen Maßstäbe des Wiederaufbaus, die sich immer an den Vorgaben des Originals orientierten, war es bislang noch nicht möglich, die insgesamt acht großen Skulpturengruppen zu rekonstruieren.

Wahrscheinlich entspricht die heutige Vorgehensweise sogar dem Verfahren vor dreihundert Jahren. Nachdem das Fortunaportal selbst pünktlich zur bevorstehenden Krönung des ersten Königs in Preußen fertiggestellt worden war, dürften die komplizierten Skulpturengruppen erst im Laufe der folgenden vier oder fünf Jahre vollendet gewesen sein.

Der Auftakt für diese künstlerisch hoch anspruchsvollen Bildhauerarbeiten wird heute mit dem Arbeitsbeginn für die stadtseitigen Gruppen vorgestellt.

Auf den Pfeilern des Galeriegeschosses rahmten ursprünglich vier Plastiken den Kuppelaufsatz. Die Kuppel selbst wurde von ebenfalls vier sog. Trophäen eingebunden.
Diese bewegten Sandsteinarbeiten fassten und lockerten in genau ausgerechnetem Gleichgewicht die Silhouette des Portals – bei genauem Hinsehen fällt ihr Fehlen auf.
Zu dieser ästhetischen Funktion kommt die inhaltliche.
Im Kosmos der barocken Bildhauer thematisierten diese Skulpturengruppen anspielungsreich Krieg und Frieden, Tradition und Moderne, Wachsen und Vergehen, Männliches und Weibliches.

 
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