Die Freundschaftsinsel
Die Freundschaftsinsel ist ein Kleinod unter den städtischen Grünanlagen Potsdams. Im Herzen der Stadt zwischen den zwei Havelarmen gelegen ist sie ein Refugium für Natur- und Kunstbetrachtung, Spaziergänge und Erholung. Sommerliche Kulturveranstaltungen in der Freilichtbühne, Ausstellungen im Pavillon, der jährliche Staudenbasar, das Inselcafé mit Freisitz, zahlreiche Plastiken, eine Bootsausleihe und vieles andere mehr locken Jung und Alt auf die Insel. Die Kinder kommen nicht nur zum Entenfüttern, denn der Spielplatz auf der Freundschaftsinsel ist sicher der beliebteste in Potsdam.
Aus einer Schwemmsandinsel entstanden, welche die Havel in die Alte und die Neue Fahrt trennt, wurde die vormals mit Laubengärten und Bootswerften bestandene Freundschaftsinsel 1938-40 auf Anregung des Staudenzüchters Karl Foerster (1874-1970) und nach Entwürfen von Hermann Mattern als ein Schau- und Sichtungsgarten vor allem für Stauden- und Rosenpflanzungen angelegt. Vorbild für die 1941 eröffnete Gartenanlage waren der Sichtungsgarten in Wisley, der Palmengarten in Frankfurt, die botanischen Gärten in München-Nymphenburg und Dresden, das Rosarium in Sangerhausen. Staudenarten aus aller Welt und neue Züchtungen sollten systematisch gesammelt und beobachtet werden, wobei der Schaugarten gleichzeitig Information, Freude und Erholung für Fachleute und Laien bieten sollte.
Nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges war das Gelände von Schützengräben durchzogen und die Potsdamer pflanzten Gemüse auf den Beeten an, um die harten Nachkriegsjahre zu überstehen. Ab 1951 kam es auf Betreiben Karl Foersters zu einem Neuanfang. Die Neugestaltung nach Entwürfen der Gartenarchitekten Hermann Göritz und Walter Funcke ließ die Insel seit 1953 wieder zu einem Anziehungspunkt werden. In Vorbereitung der 10. Weltfestspielen der Jugend 1973 kam es allerdings zu brutalen Umgestaltungen. Die breite Asphaltstraße, der Kiosk, die Freilichtbühne und das Inselcafe folgten. Die Insel geriet mehr und mehr zum Naherholungsziel. Weil es zu oft zu Pflanzendiebstahl und Zerstörungen kam und die Bodenverhältnisse zu unterschiedlich waren, wurde die Sichtung 1965 auf der Insel eingestellt und nach Nossen und Marquardt verlegt.
Seit 1977 besitzt die 7 ha große Anlage den Status eines Flächendenkmales. Die flächendeckende Rekonstruktion der Baulichkeiten, Wege und des wertvollen alten Gehölzbestandes erfolgt seit 1996. Dafür wurden vom Sanierungsträger Potsdam 7,5 Millionen Mark Fördermittel des Landes in die Insel investiert, um sie pünktlich zur BUGA wieder zu dem zu machen, was sie einmal war: ein Gartenjuwel mitten in der Stadt, jetzt umzäunt, um neuem Vandalismus vorzubeugen. Zwei Jahre lang wurden in einer europaweiten Suche alle noch auffindbaren Staudenzüchtungen Foersters zusammengetragen und gepflanzt. 362 waren bekannt, 204 hat man gefunden, Phloxe vor allem, Astern und Rittersporne, Sonnenauge und Palmlilie. Der jetzige "Inselgärtner" Jörg Näthe, der auch über die Insel führt, freut sich über den reichhaltigsten Bestand an Foerster-Stauden in Deutschland. Insgesamt sind 100.000 Stauden (1200 Sorten), Farnen und Gräsern in den Teilbereichen Staudengarten, Steingarten und Wassergarten angepflanzt. Die Freundschaftsinsel ist kostenfrei zugänglich.










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