1740 - Ausbau der Residenzstadt

Im Zentrum des Böhmischen Weberviertels in Babelsberg steht die auf Anweisung Friedrich des Großen erbaute Friedrichskirche (© Landeshauptstadt Potsdam/Michael Lüder)
Im Zentrum des Böhmischen Weberviertels in Babelsberg steht die auf Anweisung Friedrich des Großen erbaute Friedrichskirche (© Landeshauptstadt Potsdam/Michael Lüder)
Im Zentrum des Böhmischen Weberviertels in Babelsberg steht die auf Anweisung Friedrich des Großen erbaute Friedrichskirche (© Landeshauptstadt Potsdam/Michael Lüder)

Friedrich II - als Friedrich der Große in den Annalen der Geschichte - verwandelte Potsdam in eine repräsentative Residenzstadt. Die Schöpfungen seiner Zeit bestimmen noch heute das Bild und den Charakter der Stadt. 1744 wurde mit den Ausbauarbeiten im Stadtschloss und im darauffolgenden Jahr mit dem Bau von Schloss Sanssouci begonnen. Die Pläne für das Schloss am Weinberg stammen von Friedrich II, sein Bauherr war der Architekt Knobelsdorff.

In Sanssouci versammelte der König bedeutende Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts, darunter auch Voltaire. Die bedeutendsten Baumeister dieser Zeit waren neben Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff auch Carl von Gontard und Georg Christian Unger. Sie schufen unter anderem das Neue Palais, die Bildergalerie und die Neuen Kammern und hinterließen auch im Stadtbild von Potsdam noch heute ablesbare Spuren ihres Könnens.

Auf Anordnung Friedrichs II entstand nach 1750 vor den Toren der Stadt die Weber- und Spinnerkolonie Nowawes, das heutige Potsdam-Babelsberg. Einige der für die in ihrem Heimatland religiös verfolgten böhmischen Einwanderer erbauten ländlichen Häuser sind noch heute erhalten und bilden das Böhmische Weberviertel. Im Zentrum steht die auf Anweisung Friedrich des Großen erbaute Friedrichskirche.

Das 19. Jahrhundert begann mit dem Einzug Napoleons in Potsdam. Für zwei Jahre wurde die Stadt das Hauptkavalleriedepot der französischen Armee. Bis zu 6000 Soldaten und 12 000 Pferde mussten untergebracht werden. Der Aufenthalt der Napoleonischen Truppen kostete Potsdam 850 000 Taler.

Als erste Eisenbahnlinie Preußens wurde 1838 die Strecke Potsdam-Berlin in Betrieb genommen. Die Züge erreichten Geschwindigkeiten von 10 bis 15 Kilometern pro Stunde.

Friedrich Wilhelm IV ging als ausgesprochener Freund klassischer Formen in die Geschichte ein. Der König ließ durch seinen Architekten Karl Friedrich Schinkel und den königlichen Gartenbaudirektor Peter Joseph Lenné zwischen 1826 und 1862 eine Vielzahl prächtiger Anlagen gestalten. Schloss Charlottenhof, die Orangerie im Park von Sanssouci, die Anlage des Pfingstberges, die Friedenskirche und die Heilandskirche in Sacrow sind die eindrucksvollsten Bauten dieser Zeit.