Pressemitteilung Nr. 47 vom 22.01.2017

Groß Glienicke feiert 750-jähriges Bestehen

Mit einem Festakt wurde am Samstagabend in der Preußenhalle das Jubiläum 750 Jahre Groß Glienicke gefeiert. Im Jahr 1267 wurde Groß Glienicke in einer Urkunde über Abgaben an das Spandauer Nonnenkloster erstmals erwähnt, seit dem Jahr 2003 gehört die frühere Gemeinde zur Landeshauptstadt Potsdam. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs gratulierte den Groß Glienickern zum Jubiläum. „Als im Jahr 2003 auch Groß Glienicke nach Potsdam eingemeindet wurde, wurde Potsdam deutlich größer, aber auch vielfältiger und abwechslungsreicher. Für die Landeshauptstadt ist es ein Glück, dass Groß Glienicke heute ein Teil Potsdams ist“, sagte Jann Jakobs.

Der Jahrestag ist für Oberbürgermeister Jann Jakobs auch Anlass, Danke zu sagen: „Ich danke den vielen ehrenamtlichen Akteuren, die das Ortsleben hier in Groß Glienicke bestimmen. Dem Ortsbeirat, den Parteien und dem Groß Glienicker Forum für ihr stetes Werben um Groß Glienicker Belange. Ich danke den Aktiven des Begegnungshauses, die für Groß Glienicke einen wichtigen Treffpunkt am Laufen halten, und den Künstlern aus dem Atelierhaus Panzerhalle, die das kulturelle Leben bereichern. Dank gilt den Organisatoren des jährlichen Dorffestes auf der Badewiese, der freiwilligen Feuerwehr und natürlich dem Karnevalsclub ‚Rot-Weiß‘.“ Über 4500 Einwohner hat der 10,25 Quadratkilometer große Ortsteil inzwischen – mehr als doppelt so viele wie zu Zeiten des Mauerfalls und der Wiedervereinigung.

In alter Zeit war Groß Glienicke Gutsbezirk und Bauerndorf. Der Ortsname erinnert daran, dass vor tausend Jahren am Nordufer des Groß Glienicker Sees Slawen siedelten – und dass sie hier den im sandigen Brandenburg so begehrten Lehmboden fanden: steckt doch im Ortsnamen der slawische Begriff für Lehm und Ton, „glina“. Mitte des 12. Jahrhunderts endete die Zeit der slawischen Herrschaft in Brandenburg, christliche Siedler aus dem Westen unterwarfen und verdrängten die Slawen. In Groß Glienicke entstand am Nordufer des Sees ein Rittergut, entlang des Westufers (in der heutigen Glienicker Dorfstraße) siedelten sich Bauern an. Bis ins 20. Jahrhundert war das Rittergut die beherrschende Macht des Dorfes. Das berühmteste Geschlecht, die Familie von Ribbeck, residierte hier über 200 Jahre lang, von 1572 bis 1788. Ihre bedeutendste Hinterlassenschaft ist die barocke Ausgestaltung der Dorfkirche, heute eines der historisch bedeutsamsten Gotteshäuser Potsdams.

Nach Kriegsende wurde Groß Glienicke geteilt, weil die britische Besatzungsmacht Hinterland für ihren Flughafen Gatow benötigte. Der östliche Teil von Groß Glienicke (die Siedlung „Wochenend West“) gehört seither zum Berliner Bezirk Spandau, während der westliche Teil, der heutige Potsdamer Ortsteil Groß Glienicke, ungefähr in der Mitte des Groß Glienicker Sees endet.

Ein ehemaliges märkisches Bauernhaus (bis 2003 Gemeindeamt) ist heute Pfarrhaus, und daran angrenzend steht die frühere Dorfschule. Vom Dorf ist im Übrigen ebenso wenig geblieben wie vom Rittergut, das 1938 aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten aufgegeben wurde. Das Herrenhaus brannte 1945 ab, die meisten Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurden in den 1960er Jahren abgerissen, da sie im DDR-Grenzgebiet lagen.